Zum Hauptinhalt springen

Heute vor 70 JahrenZwei schnelle Horgner und ein dreister Badi-Dieb

Während die Horgner Brüder Hans und Luigi Taveri 1950 ihre ersten Erfolge feierten, machte ein Dieb den Herrliberger Badigästen das Leben schwer.

Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Illustration: Olivier Samter

«Ein Horgner schlägt den Weltmeister», so titelte der Anzeiger des Bezirks Horgen im Jahre 1950. Dem Bericht zufolge muss spektakulär gewesen sein, was im August vor 70 Jahren auf der Allmend in Zürich geschah. Am internationalen Rasenrennen für Motorräder massen sich die Schweizer Rennfahrer mit den «grössten ‹Kanonen› und Berufsfahrern aus Österreich, England, Belgien, Holland und Frankreich.» Darunter auch Eric Oliver, der damalige Weltmeister aus England. Zwölf Seitenwagengespanne stellten sich damals in Zürich zum Kampfe. Darunter auch der Horgner Hans Taveri und sein jüngerer Bruder Luigi, der im Seitenwagen sass.

Weil die Taveris mit einer 600er-Maschine antraten, mussten sie 35 Meter hinter der Linie starten. «Beim Startzeichen schossen die Taveris auf ihrer rassigen Universalmaschine einer Rakete gleich links neben das davonziehende Fahrerfeld.» Bereits nach der ersten Runde hatten sie den Weltmeister eingeholt, und nach einem kurzen Kampf «zeigte Hans Taveri dem Engländer die Schlusslampe». Mit 300 Meter Vorsprung auf den Weltmeister beendeten die Taveris «ihre grossartige, umjubelte Fahrt und brachten die Schweizer Farben zu Ehren». Wie wir heute wissen, stand Luigi Taveri später noch eine ganz grosse Karriere bevor.

Ein fieser Knecht

Ebenfalls schnell unterwegs war im August 1950 ein achtmal vorbestrafter Knecht aus dem Bernbiet, der auf dem Fahrrad durch Herrliberg flitzte. Das Fahrrad gehörte ihm allerdings nicht. Wie die rechtsufrige «Zürichsee-Zeitung» damals schrieb, stahl er das Velo in Tiefenbrunnen. Damit radelte er den See hinauf, «wo er an einer Badestelle in Herrliberg seinen Arm nach einer Mappe ausstreckte, in der sich drei Uhren badender Mädchen befanden».

Überführt wurde der dreiste Dieb von einem elfjährigen Mädchen. Es beobachtete den Ganoven bei der Tat und alarmierte die Polizei. Diese nahm den Dieb noch am selben Tag fest, als er die Uhren verkaufen wollte.