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Die Corona-Krise fordert auch die SpitexZum Weitergeben bleibt nichts übrig

Masken zum Schutz vor Tröpfcheninfektion sind derzeit ein rares Gut. Auch bei der Spitex sind sie nicht im Überfluss vorhanden.

Die Spitex-Organisationen in der Region Zürichsee sind derzeit gut mit Masken, Desinfektionsmittel und anderen Hygieneartikeln ausgerüstet.
Die Spitex-Organisationen in der Region Zürichsee sind derzeit gut mit Masken, Desinfektionsmittel und anderen Hygieneartikeln ausgerüstet.
Symbolfoto: Keystone

«Es ist gerade, wie Lotto zu spielen», sagt Evamaria Meier. Damit meint die Geschäftsleiterin der Spitex von Kilchberg und Rüschlikon, wie sie derzeit die Beschaffung von Hygienemasken und anderem Schutzmaterial erlebt. Immer wieder haben denn auch in den letzten Tagen Meldungen für Schlagzeilen gesorgt, wonach es hierbei zu Engpässen gekommen sei.

Meier bestellt das schützende Equipment bei der Kantonsapotheke. Diese priorisiert und verteilt die vom Bund zur Verfügung gestellten Masken. Dabei sei zurzeit eben nichts voraussehbar. «Was, wann und wie viel ich geliefert bekomme», sagt sie, «sehe ich von Tag zu Tag.» Das erschwere die Planung und mache es erst recht unmöglich, Reserven anzulegen – für den Fall, dass die erwartete Welle an Corona-Neuerkrankungen tatsächlich eintrete. «Wir müssen versuchen, mit dem Vorhandenen zurechtzukommen.» Meier ist indes weit davon entfernt, sich zu beklagen.

Private fragen nach

«Wir sind sehr froh, überhaupt etwas zu erhalten», betont Meier. Ihre zwei letzten Bestellungen für Gesichtsmasken seien denn auch in der gewünschten Menge ausgeliefert worden. Anders das Desinfektionsmittel: Von 120 bestellten Flaschen habe sie gerade mal deren zehn in Empfang nehmen können. Dadurch, dass sie privat noch zusätzliche Flaschen zugekauft habe, seien ihre Mitarbeiter aber vorerst mit dem Mittel versorgt.

Die Erfahrungen der Spitex Kilchberg-Rüschlikon widerspiegeln demnach, dass Material da ist, aber nicht im Überfluss. Diese Situation bringt auch Claudia Kolb, Geschäftsleiterin der Spitex Zollikon, zum Ausdruck. «Es ist nicht so, dass wir etwas abgeben könnten», verdeutlicht sie. Denn immer wieder würden Private bei ihr um Masken oder Desinfektionsmittel nachfragen.

Täglich zwei Masken

Eine Beobachtung, die auch Priska Wildhaber, Geschäftsleiterin der Spitex Küsnacht, öfters macht. Im Alltag sei indes gegenwärtig das Wichtigste, dass die Bevölkerung die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) konsequent befolge: Abstand halten und Hände waschen. Wildhaber rechnet damit, dass ihre Mitarbeiterinnen mit dem Vorrat an Schutzmasken und Desinfektionsmittel noch eine Zeit lang auskommen. «Wir haben früh bestellt und darum noch gute Reserven», erläutert sie. «Jede Fachfrau bekommt zwei Masken pro Tag», erklärt Wildhaber das Vorgehen. Mit einer solchen vor dem Gesicht fahre die Mitarbeiterin zum Kunden und behalte den Schutz bis zum Mittag an; nachmittags erhalte sie eine neue. Damit halte man sich ans BAG, das – aktuell – für Spitex-Organisationen eine Tragedauer der Masken von zwischen zwei bis vier bis maximal acht Stunden empfehle, sagt Wildhaber.