Zum Hauptinhalt springen

Fussball-Prominenz auf der SihlmatteZum Geburtstag machte der FC Langnau keine Geschenke

Zum 100-Jahr-Jubiläum ist der FC Langnau gegen Legenden der Nationalmannschaft angetreten. Das Freundschaftsspiel wurde zu einem Fussballfest.

Georges Bregy und Thomas Bickel  gegen Langnaus Ardian Meka. Der Langnauer erzielte das erste Tor. Fotos: Moritz Hager
Georges Bregy und Thomas Bickel gegen Langnaus Ardian Meka. Der Langnauer erzielte das erste Tor. Fotos: Moritz Hager

Der FC Langnau feiert seinen hundertsten Geburtstag, und zu den Gästen am Samstag gehörten auch Grössen der Schweizer Fussballgeschichte. Georges Bregy, Andy Egli, Jörg Stiel, Thomas Bickel und Erni Maissen traten zu einem Freundschaftsspiel gegen die erste Mannschaft an – taktisch eingestellt oder zumindest begleitet von Trainer-Original Gilbert Gress.

400 Zuschauer waren auf die Sihlmatte gekommen, um das Spiel zu sehen – «mehr als beim Champions-League-Final PSG gegen Bayern», wie der Platzsprecher schelmisch bemerkte. Viele von ihnen hatten bereits den Abend zuvor beim kurzweiligen Galadiner des FC Langnau mit dem Komikerduo Lapsus im Gemeindesaal in der Schwerzi zusammen verbracht.

Erster Schuss, erster Treffer

Doch auf dem Rasen machten die Langnauer ernst und überraschten damit die Fussballlegenden. Jörg Stiel, der 52-jährige Torhüter der Gäste, sagte: «Normalerweise schauen wir in den ersten Minuten erst einmal, wie der Gegner so spielt, doch heute landete gleich der erste Ball im Tor.»

Der 25-jährige Ardian Meka traf in der ersten Minute für den Viertligisten zum 1:0. «Jugend und Schnelligkeit gegen Erfahrung und Technik», kommentierte Jörg Stiel das Tor. Ihm gehe es bei diesen Spielen vor allem um den Spass und das Wiedersehen mit den alten Kumpels.

Thomas Bickel, Mauro Lustrinelli, Pascal Thüler und Thomas Haeberli (von links) auf der Spielerbank der Legenden.
Thomas Bickel, Mauro Lustrinelli, Pascal Thüler und Thomas Haeberli (von links) auf der Spielerbank der Legenden.

Zur Pause stand es 2:2. Das Publikum war begeistert. Der 76-jährige Ueli Zbinden, selbst viele Jahre aktiver Fussballer bei den Langnauer Senioren und Veteranen, verfolgte das Spiel direkt an der Seitenlinie. «Mir ist unwichtig, wer gewinnt», sagte er. Das schnelle, fair ausgetragene Spiel gefalle ihm. Er hatte sich vor allem auf Martin Weber gefreut, den Meister und Cupsieger mit YB.

Spektakuläre Angriffe und sechs Tore

Die 18-jährige Yasmin Häberling spielt seit sieben Jahren beim FC Langnau. Sie war vor allem von Alain Nef beeindruckt, der wie sie in der Verteidigung spielt. «Aber die Langnauer nehmen es zu ernst für ein Plauschspiel», kommentierte sie. Zudem fand sie es schade, dass beim Heimteam keine Frauen im Aufgebot waren. «Ich hätte mitgespielt», fügte sie lachend hinzu. Bei den «Swiss Legends» spielten zwei Damen mit, Prisca Steinegger und Sandra Kälin.

In der zweiten Halbzeit wechselte das Heimteam. Die Spieler der 2. Mannschaft, ergänzt mit Senioren, liefen auf und gingen erneut mit dem ersten Angriff in Führung. Nach zahlreichen spektakulären Angriffen, inklusive eines Fallrückziehers von Thomas Häberli, verwertete Mauro Lustrinelli in der 69. Minute eine Flanke zum 3:3-Schlussstand.

«Ein einmaliges Erlebnis»

Gilbert Gress war zufrieden: «Es gab sechs schöne Tore, beide Mannschaften haben gut gespielt.» FC-Präsident Fredy Münger freute sich und sagte, dass der Jubiläumsmatch für seine Spieler ein einmaliges Erlebnis gewesen sei. Einzelne Langnauer seien vielleicht ab und zu etwas zu übermotiviert in die Zweikämpfe gegangen, gerade in der zweiten Halbzeit. «Das Unentschieden ist ein gerechtes Resultat», meinte Münger.

Milaim Rama gibt Autogramme nach dem Spiel.
Milaim Rama gibt Autogramme nach dem Spiel.

Nach dem Spiel standen die Fussballlegenden für Autogramme zur Verfügung. Sandra Kälin posierte mit Langnau-Spielerin Yasmin Häberling und sechs ihrer Teamkolleginnen für ein Erinnerungsfoto. Im kurzen Schwatz kam die Idee auf, dass Kälin, die beim FC Basel, GC, FC Luzern und in den USA gespielt hatte sowie 32-mal für die Nationalmannschaft angetreten war, demnächst ein Training der 4.-Liga-Frauen des FC Langnau leiten könnte. So kommt Yasmin Häberling nun doch noch zu ihrem Spiel gegen eine Nati-Legende.