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Zürichs oberste Katholikin will Islam anerkennen

Die erste Frau an der Spitze des Zürcher Kirchen-Leitgremiums will, dass muslimische Seelsorger Zugang zu Spitälern oder Gefängnissen erhalten.

Man könne Muslime und Orthodoxe nicht mehr einfach ignorieren: Franziska Driessen, neue Präsidentin des Synodalrats der römisch-katholischen Kantonalkirche Zürich.
Man könne Muslime und Orthodoxe nicht mehr einfach ignorieren: Franziska Driessen, neue Präsidentin des Synodalrats der römisch-katholischen Kantonalkirche Zürich.
Screenshot / Katholisches Medienzentrum (kath.ch)

Im Kanton Zürich hat sich die oberste Katholikin für eine öffentliche Anerkennung auch staatlich nicht akzeptierter Religionsgemeinschaften wie Muslimen ausgesprochen. Das Recht, ebenfalls Steuern eintreiben zu können, soll aber nicht darunter fallen.

Man wolle darauf hinwirken, dass auch andere Religionsgemeinschaften wie Muslime und Orthodoxe eine öffentliche Anerkennung erhalten, sagte Franziska Driessen, neue Präsidentin des Synodalrats der römisch-katholischen Kantonalkirche Zürich, in einem Interview, das am Montag in der «Nordwestschweiz», der «Luzerner Zeitung» und dem «St. Galler Tagblatt» erschien. Es brauche rechtliche Grundlagen.

Den Katholiken schwebt nach Angaben von Driessen eine sogenannte kleine Anerkennung vor. Diese würde etwa bedeuten, dass ein muslimischer Seelsorger Zugang zu einem Spital oder Gefängnis einfordern und dort Patienten besuchen dürfe. Heute würde dies vom guten Willen eines Spitals und eines Gefängnisses abhängen. Im Gegenzug müssten in einer öffentlich anerkannten muslimischen Struktur die Frauen das Stimmrecht erhalten. Diese Anforderung sei 1955 auch an die Katholiken bei der Anerkennung im mehrheitlich reformierten Kanton gestellt worden.

Voraussetzungen klären

Man könne Muslime und Orthodoxe nicht mehr einfach ignorieren, nur weil einige glaubten, dass sie eine kleine Minderheit seien, sagte Driessen. Das seien sie definitiv nicht mehr. Die Muslime seien zum Teil in zweiter Generation hier und hätten ein ganz anderes Verständnis ihrer Religion als in ihren Herkunftsländern. Jetzt müssten die Voraussetzungen für eine öffentliche Anerkennung geklärt werden.

Die erste Frau an der Spitze des Zürcher Kirchen-Leitgremiums stützt den grundsätzlichen Kurs des Regierungsrats. Dieser hatte Ende letzten Jahres Leitlinien präsentiert, die das Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften im Kanton definieren sollen. Ziel ist, dass sich die nicht anerkannten Gemeinschaften daran halten - auf freiwilliger Basis. In Zürich sind bisher ausschliesslich christlich-jüdische Gemeinschaften rechtlich akzeptiert.

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