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Spitäler Uster und Wetzikon planen Fusion

Die Verwaltungsräte der beiden Spitäler streben einen Zusammenschluss an, um Synergien zu schaffen und die Standorte zu sichern. Das letzte Wort haben die Stimmbürger.

Soll mit Spital Uster fusionieren: Das Spital Wetzikon aus der Vogelperspektive.
Soll mit Spital Uster fusionieren: Das Spital Wetzikon aus der Vogelperspektive.
Bildarchiv Tages-Anzeiger

Knapp eine Woche nach der Hiobsbotschaft aus dem Limmattal, wonach der Affoltemer Stadtrat die Schliessung seines Spitals in Kauf nimmt, haben die Verwaltungsräte der Spitäler Uster und Wetzikon im Zürcher Oberland beschlossen, ihren Trägerschaften die Fusion zu beantragen.

Diese soll die Gesundheitsversorgung dauerhaft sichern und unter dem Dach einer einzigen Gesellschaft Synergien schaffen. «Das Zusammengehen stärkt beide Häuser mit gut entwickelten Kernkompetenzen und regional attraktiven Leistungsangeboten», sagt Jörg Kündig, Präsident des Verwaltungsrates GZO AG Spital Wetzikon.

Standorte bleiben erhalten

Wachsende Ansprüche an die Rendite und die Qualität eines Spitalbetriebs würden hohe Fallzahlen erfordern. Zudem würde der Mangel an Personal effiziente Prozesse und schlanke Strukturen erzwingen, schreibt das Spital Uster in seiner Mitteilung. «Parallel geführte, gleichartige Angebote auf geografisch engem Raum haben auf mittlere Sicht keine Zukunft.» Die Verwaltungsräte beider Institutionen unterstützen den Zusammenschluss in Form einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft. Diese Änderung der Rechtsform sei nötig, um die Fusion zu ermöglichen.

Aus Sicht der Zürcher Gesundheitsdirektion sind Kooperationen von Listenspitälern bis hin zu Fusionen dann sinnvoll, wenn sie mit Konzentrationsüberlegungen einhergehen und optimal aufeinander abgestimmte Angebote möglich machen. «Generell begrüssen wir es, wenn Spitäler ihre Verantwortung wahrnehmen und die langfristige Strategie aktiv angehen», sagt Sprecherin Christina Baggenstos.

Weitere Kooperationen denkbar

Voraussetzung sei immer, dass die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung als Ganzes, wie sie mit der Spitalliste 2012 sichergestellt wird, gewährleistet bleibt. «Diese Voraussetzung scheint vorliegend gegeben, soweit sich das anhand der bisher bekannten strategischen Grundsätze beurteilen lässt.» Weitere Kooperationen und Zusammenschlüsse seien denkbar, dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass auf das Jahr 2022 der Neuerlass der Spitalliste ansteht, sagt Baggenstos.

Spital Uster (Bild: zvg)
Spital Uster (Bild: zvg)

Beide Spitalstandorte sollen erhalten bleiben, das Angebot aufeinander abgestimmt und über Kooperationen mit Dritten ergänzt werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Reinhard Giger, Präsident des Verwaltungsrates Zweckverband Spital Uster: «Die Fusion mit der GZO AG Spital Wetzikon sowie die Zusammenarbeit mit den Zürcher Rehazentren schaffen im Raum Glattal-Zürcher Oberland ein in den ganzen Kanton ausstrahlendes Zentrum der integrierten Versorgung.»

Kommts zum Stellenabbau?

Sparpotenzial sieht Giger bei den Leistungen, die an beiden Spitälern angeboten werden, zum Beispiel der 24-Stunden-Service in der Notfall- und Intensivstation. «Dieses Angebot könnte angepasst werden.» Beide Spitäler bieten heute rund 1600 Vollzeitstellen. Laut Giger wird «die gleiche Anzahl Fachpersonen benötigt». Aber: «Wir gehen davon aus, dass nach der Neuausrichtung in fünf bis sieben Jahren die Anzahl Stellen leicht reduziert sein wird.»

Sparen könnte man bei den Leistungen, die beide Spitäler anbieten, etwa beim 24-Stunden-Service für Notfälle.

Voraussetzung für die Spitalfusion ist die Genehmigung eines «Interkommunalen Vertrages» durch die an den Spitälern beteiligten Gemeinden. Stimmen beide Gremien zu, wird das Vorhaben bis im Spätherbst der Öffentlichkeit vorgestellt. Geplant ist, die Abstimmung in den Gemeinden des Spitals Uster sowie in den Aktionärsgemeinden des Spitals Wetzikon gleichzeitig im ersten Semester 2020 durchzuführen.

Die Fusion ist auf den 1. Januar 2021 geplant. Bis 2025 sollen die Infrastruktur und die Organisation in Uster und Wetzikon angepasst sein.

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