Tamy Glauser bekommt Platz zehn auf der grünen Liste

Das Topmodel will den Zürcher Grünen im Herbst zum Wahlsieg verhelfen. Für die Politik würde sie ihre Modelkarriere hintanstellen, sagt sie.

«Ich hoffe, dass die Grünen mit mir noch mehr Diversität auf die Liste bringen»: Tamy Glauser nimmt Stellung. Video: SDA

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Wie wichtig schillernde Prominenz auf einer Wahlliste sein kann, zeigte sich heute Dienstagabend an der Nominationsversammlung der Grünen. Wegen der Nationalratskandidatur des 34-jährigen lesbischen Models Tamy Glauser kam es im Kirchgemeindehaus Zürich-Wipkingen zum Grossaufmarsch von Parteimitgliedern und Journalisten. Anwesend waren rund 200 Stimmberechtigte. Die Frage war, auf welchem Listenplatz die Grünen ihr prominentes Aushängeschild ins Rennen schicken werden?

Zuerst wurden die vorderen Listenplätze besetzt. Die Delegierten folgten dabei dem Vorschlag des Vorstands. Sie wollen die folgenden sechs Kandidatinnen und -kandidaten an der Spitze der Liste: Es sind dies die 59-jährige Katharina Prelicz-Huber, Marionna Schlatter, die beiden bisherigen Nationalräte Bastien Girod und Balthasar Glättli und die beiden Jungpolitikerinnen Annika Brunner und Meret Schneider. In dieser Reihenfolge sind sie auch auf der Liste. Überraschend ist daran, dass die bisherigen Nationalräte Girod und Glättli nur auf den Rängen 3 und 4 kandidieren sollen, als Akt der Frauenförderung.

Glauser nahm zuerst mit ihrer Partnerin Dominique Rinderknecht in der ersten Reihe Platz. Dann tratt Glauser ans Mikrofon. Als erstes betonte sie, dass modeln nicht gerade ein grüner Beruf sei: «Das bin ich mir absolut bewusst.» Aber das Modeln habe sie zur Grünen gemacht, weil sie sich über den Lebensstil und Ressourcenverbrauch mehr Gedanken gemacht habe. Glauser sprach sich trotzdem nicht für ein Flugverbot aus, aber für mehr Geld für die Forschung, damit in der Schweiz umweltfreundliche Flugzeuge erfunden werden können. Weiter will Glauser für die Gleichberechtigung kämpfen. Sollte sie Nationalrätin werden, werde sie ihre Priorität ganz klar auf die Politik legen, versprach Glauser der Versammlung. Darauf wurde sie mit Applaus auf den 10. Listenplatz gesetzt.

Stehende Ovation für die Präsidentin

Die Delegierten fällten noch einen weiteren Entscheid: In den Ständeratswahlkampf wird Parteipräsidentin Marionna Schlatter steigen. Sie will sich einsetzen für die Umwelt und für die Frauen, die sie als den sozialeren und ökologischeren Teil der Gesellschaft pries. Schlatter wurde von der Versammlung mit viel Applaus und einer stehenden Ovation nominiert.

Die Zürcher Grünen haben als Wahlziel die Eroberung von zwei zusätzlichen Nationalratsmandaten herausgegeben. Das ist sehr ambitioniert und entspricht der Verdoppelung der gegenwärtigen Sitzzahl.

Erstellt: 21.05.2019, 19:25 Uhr

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