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Zürcher ObergerichtZehn Jahre Landesverweis, weil er Kokainpakete in Empfang nahm

Ein 27-Jähriger aus der Dominikanischen Republik ist wegen Drogenimporten zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten verurteilt worden.

Themenbild: Obergericht Zürich, 
25. 11. 2016 
(«Tages-Anzeiger»/Urs Jaudas)
Themenbild: Obergericht Zürich,
25. 11. 2016
(«Tages-Anzeiger»/Urs Jaudas)
Foto: Urs Jaudas

Sein Versuch, sich als «unwissenden Handlanger» darzustellen, misslang gründlich: Das Zürcher Obergericht hat einen 27-jährigen Mann aus der Dominikanischen Republik wegen Drogenimporten zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten verurteilt. Zudem erhält er zehn Jahre Landesverweis.

Das Obergericht gelangte zum selben Schluss wie bereits im Juli 2019 das Bezirksgericht Zürich: Der 27-Jährige habe zwar innerhalb des Drogenrings keine grosse Entscheidungskompetenz und stehe auf einer unteren Hierarchiestufe, allerdings sei er keineswegs auf der untersten. Er sei mehr als nur «Handlanger» und Mittäter.

Das Obergericht sah es als erwiesen an, dass der Dominikaner zwei Frauen dazu brachte, ihre Wohnadressen als Lieferadressen für die Drogenpakete aus dem Ausland zur Verfügung zu stellen. Er habe sich zudem aktiv an der Entgegennahme der Pakete beteiligt. In den Paketen waren über ein Kilogramm reines Kokain sowie Kokaingemisch.

Das Obergericht bestätigte deshalb das Urteil des Bezirksgerichts und verhängte wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten ohne Bewährung. Davon sass der Mann bereits fast ein Jahr in Untersuchungshaft und im vorzeitigen Vollzug in der Pöschwies ab.

Kein Härtefall

Hat der 27-Jährige seine Freiheitsstrafe in der Schweiz abgesessen, wird er anschliessend für zehn Jahre des Landes verwiesen. Die Härtefallregelung, die ihm trotz Katalogdelikt den Verbleib in der Schweiz ermöglichen würde, kommt bei ihm nicht zur Anwendung. Er wohne ohnehin in Spanien und habe in der Schweiz keinen Wohnsitz, schreibt das Obergericht in seinem Urteil.

Sein Anwalt forderte vergeblich eine kürzere Freiheitsstrafe und einen Landesverweis von nur acht Jahren. Der junge Dominikaner steht seit Jahren mit dem Gesetz in Konflikt. Auch in Spanien wurde der Vater von drei Kindern schon zweimal wegen Drogenhandels verurteilt.

Obergericht verkauft sein Auto

Weil das Zürcher Obergericht davon ausgehen musste, dass der Verurteilte die Verfahrenskosten ohnehin nicht zahlen kann, wird sein Nissan-SUV, der nach seiner Verhaftung sichergestellt wurde, nun verkauft. Der Erlös fliesst dann in die Gerichtskasse.

Eigentlich hätte der Mann Mitte März vor Gericht erscheinen sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Prozess jedoch abgesagt und das Verfahren dann – wie viele andere Fälle – schriftlich geführt.

SDA