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Podiumsgespräch in MeilenWitwen sind immer noch gesellschaftliche Schattenfiguren

Cornelia Kazis schrieb das Buch «Weiterleben, weitergehen, weiterlieben» und widmet sich damit einem Tabuthema: Im Tertianum in Meilen sprach sie über das Leben als Witwe.

An einem Podiumsgespräch im Meilen sprach Cornelia Kazis über ihr Buch «Weiterleben, weitergehen, weiterlieben», welches das «Schattendasein» von Witwen und Witwern thematisiert.
An einem Podiumsgespräch im Meilen sprach Cornelia Kazis über ihr Buch «Weiterleben, weitergehen, weiterlieben», welches das «Schattendasein» von Witwen und Witwern thematisiert.
Foto: Patrick Gutenberg

Vor zwei Jahren ist Cornelia Kazis Witwe geworden. Der Tod ihres Mannes war krankheitshalber voraussehbar, und doch fiel die ehemalige Radio-SRF-Journalistin nach dem Verlust in ein tiefes Loch. Sie suchte in Büchern nach Hilfe, konnte jedoch nichts Fundiertes zum Thema finden.

«Witwenschaft ist immer noch ein Tabuthema», stellte Kazis, die am Donnerstagabend in der Parkresidenz Tertianum Meilen sprach, fest. Und dabei sind viele betroffen: In der Schweiz sind 80 Prozent aller verwitweten Menschen weiblich. Es gibt rund 320'000 Witwen in der Schweiz, weltweit sogar rund 260 Millionen. Zwar werden sie hierzulande nicht geächtet und diskriminiert wie in anderen Ländern, aber nichtsdestotrotz oft in den Hintergrund abgeschoben und vergessen. Diese Frauen müssen laut der Baslerin ihre Nöte, Fragen und Ressourcen endlich angemessen zur Sprache bringen können. Sie dürften nicht weiter ein gesellschaftlicher «Blindfleck» sein. Für Witwer sehe die Situation ganz anders aus: Sie würden meistens auf Händen getragen, eingeladen und bewundert. Oft seien sie zudem nach wenigen Monaten wieder in einer festen Beziehung eingebunden.

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