Letzte Grippesaison war schlimmste seit fast 20 Jahren

Die meisten Fälle seit dem Jahr 2000: Letzten Winter sind 330'700 Personen an Grippe erkrankt. Die Jüngsten waren am stärksten betroffen.

Die letzte Grippesaison war nicht nur die heftigste seit vielen Jahren, auch dauerte die Epidemie ungewöhnlich lange. (Symbolbild)

Die letzte Grippesaison war nicht nur die heftigste seit vielen Jahren, auch dauerte die Epidemie ungewöhnlich lange. (Symbolbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Alle Jahre wieder? Nein! Jede Grippewelle ist einzigartig bezüglich Intensität, Dauer und Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Das BAG hat den Bericht zur Grippesaison 2017/18 veröffentlicht. Hauptaussage: Es gab die meisten Grippefälle seit dem Jahr 2000.

Während der gesamten Grippesaison, die von Woche 40/2017 bis Woche 16/2018 (d.h. vom 1.10.2017 bis zum 21.4.2018) überwacht wurde, konsultierten hochgerechnet rund 330'700 Personen (4 Prozent der Bevölkerung) wegen einer grippeähnlichen Erkrankung eine Hausärztin oder einen Hausarzt.

Dies entspricht einer saisonalen Gesamtinzidenz von 3950 Erstkonsultationen pro 100 000 Einwohner - und ist die bisher höchste saisonale Gesamtinzidenz, die seit dem Jahr 2000 in der Schweiz festgestellt wurde. Sie liegt mit rund 46 Prozent höher als der Durchschnitt der zehn vorhergehenden Saisons (2698 Konsultationen pro 100'000 Einwohner).

Wie aus dem am Montag veröffentlichten Bericht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) weiter hervorgeht, hatten sich während der eigentlichen Epidemie, das heisst der Periode, in der der nationale Schwellenwert überschritten war, rund 3,7 Prozent der Schweizer Bevölkerung wegen grippeähnlicher Symptome hausärztlich versorgen lassen.

Epidemie dauerte ungewöhnlich lange

Die Epidemie dauerte somit 15 Wochen. Ihren Höhepunkt erreichte sie in der Woche 2/2018 mit 358 Konsultationen pro 100'000 Einwohner, mit einem sekundären Höhepunkt in der Woche 4/2018 mit 352 Konsultationen pro 100'000 Einwohner.

Diese maximalen wöchentlichen Inzidenzen sind nicht aussergewöhnlich hoch; die der Saisons 2008/09, 2012/13, 2014/15 und 2016/17 lagen allesamt höher. Die hohe Gesamtinzidenz der Epidemie 2017/18 kommt darum nicht durch eine überdurchschnittlich hohe wöchentliche Inzidenz, sondern durch den überdurchschnittlich langen Zeitraum von 15 Wochen zustande. Im Schnitt dauerten die in der Schweiz verzeichneten Epidemien der zehn letzten Saisons 10,5 Wochen (ohne Pandemie 2009/10).

Die Kleinsten am meisten betroffen

Die höchste Gesamtinzidenz wurde mit 6258 grippebedingten Arztkonsultationen pro 100'000 Einwohner bei den 0- bis 4-Jährigen verzeichnet, die niedrigste in der Altersklasse der über 64-Jährigen mit 2549 Konsultationen pro 100'000.

Die Grippewelle kann sich geografisch in eine bestimmte Richtung ausbreiten, abhängig von Virussubtyp, Ausbreitungsgeschwindigkeit der Epidemie und weiteren Faktoren. In dieser Saison trat die Grippewelle in den Regionen zu verschiedenen Zeitpunkten und ohne kontinuierliche Ausbreitungsrichtung auf.

Der Höhepunkt wurde in den Regionen 1 (GE, NE, VD, VS) und 6 (GR, TI) schon in der Woche 1/2018 erreicht, in der Region 4 (LU, NW, OW, SZ, UR, ZG) hingegen erst in der Woche 8/2018.

Die Grippeepidemie 2017/18 dauerte auch in den meisten anderen Ländern Europas ausgesprochen lang. Auch Nordamerika verzeichnete in der Saison 2017/18 eine stark ausgeprägte Grippeepidemie. (sep/sda)

Erstellt: 06.08.2018, 14:51 Uhr

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