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Wirtschaftsvertreter fordern mehr Staatshilfe

Das am Freitag vom Bundesrat geschnürte Notpaket von 10 Milliarden Franken reicht gemäss Experten kaum, um die wegen der Corona-Krise anfallenden Verluste auszugleichen.

Die Umsatzausfälle wegen des Lockdowns könnten nicht allein mit rückzahlbaren Krediten gedeckt werden. Die Banken fordern deshalb mehr Staatshilfen. Foto: Dominique Meienberg
Die Umsatzausfälle wegen des Lockdowns könnten nicht allein mit rückzahlbaren Krediten gedeckt werden. Die Banken fordern deshalb mehr Staatshilfen. Foto: Dominique Meienberg

Es wird viel mehr Staatshilfen brauchen, als der Bundesrat am vergangenen Freitag beschlossen hat. Dies sagen Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft. Martin Scholl, Chef der Zürcher Kantonalbank, ist alarmiert: «Wir sprechen hier von einem monatelangen Stillstand.» Solche Umsatzausfälle könnten nicht allein mit rückzahlbaren Krediten gedeckt werden. «Dazu braucht es Staatshilfen.»

Die Banken hätten eine Arbeitsgruppe gebildet, die bespricht, wie ein solches Programm aussehen könnte. Welches Volumen es brauchen werde, sei noch nicht klar, sagt Scholl. «Aber einen zweistelligen Milliardenbetrag halte ich für angemessen.»

Gefahr einer Bankenkrise

Wie wichtig Liquiditätshilfen für angeschlagene Unternehmen sind, hat auch Jan-Egbert Sturm herausgestrichen. Der Leiter der Konjunkturforschungsstelle KOF an der ETH Zürich rief am Dienstag an einer Videokonferenz für Journalisten den Bundesrat auf, so schnell wie möglich zu handeln. Andernfalls bestehe die Gefahr einer systemischen Bankenkrise.

Ein solches Szenario könnte eintreten, wenn Unternehmen mangels flüssiger Mittel zum Bezahlen von Forderungen in grösserer Zahl in Konkurs gerieten und die Banken dadurch mit massiven Kreditausfällen konfrontiert wären. Die vom Bundesrat bisher gesprochenen 10 Milliarden Franken zur Unterstützung der Wirtschaft bezeichnete der KOF-Chef als eine «erste Massnahme», die wohl nicht ausreichen werde.

Bund bereitet weitere Massnahmen vor

Die Schweiz, so Sturm, stehe finanzpolitisch gesund da. Dementsprechend bestehe Spielraum für finanzielle Überbrückungshilfen an Firmen, Kleingewerbler und Selbstständigerwerbende. Mit solchen Liquiditätshilfen schaffe die Schweiz die Voraussetzung für eine spätere rasche Erholung der Wirtschaft.

Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), wiederholte gestern vor den Medien, man arbeite bis am Freitag an weiteren Massnahmen, die der Bundesrat dann beschliessen könne. «Es geht darum, zu definieren, wer zu welchen Konditionen aus welchen Gründen was erhalten kann», sagte Ineichen.

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