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Wie russische Geldwäscher Airbnb missbrauchen

In Untergrund-Foren wird die Plattform Airbnb zum Handelsplatz russischer Geldwäscher. Teilweise sind dabei verifizierte Gastgeber involviert.

Betrüger suchen sich reale, aber korrupte Hosts: Eine Frau surft auf der Website von Airbnb. (Symbolbild)
Betrüger suchen sich reale, aber korrupte Hosts: Eine Frau surft auf der Website von Airbnb. (Symbolbild)
Keystone

Russische Geldwäscher haben offenbar einen Weg gefunden, wie sie Airbnb für ihre Machenschaften missbrauchen können. Laut einem Bericht des «Daily Beast» nutzen Betrüger die Wohnungs-Community, um schmutziges Geld von gestohlenen Kreditkarten zu waschen. Dies gehe aus verschiedenen Untergrund-Foren, aber auch einer Anfrage bei einem Cybersicherheitsstrategen hervor.

Letzterer beschreibt das Prinzip wie folgt: Die Betrüger suchen sich einen Airbnb-Host, der mit ihnen kooperiert, und tätigen dann eine Buchung mit der gestohlenen Kreditkarte. Der Host schickt einen Prozentsatz des Buchungsbetrages – meistens gelte 50/50 – dem «Gast» zurück, obwohl sich dieser nie in der Wohnung des Hosts aufhalten wird. Das Geld würden die Betrüger in der Regel wenige Tage nach getätigter Buchung erhalten.

Korrupte Gastgeber im Visier

Die russischen Geldwäscher nutzen laut dem Cyberexperten gefälschte, aber auch verifizierte Airbnb-Accounts, die bereits einige Bewertungen im Profil haben. Wenn sich jemand in einem Airbnb-Appartment aufhält, wird er aufgefordert, eine Bewertungen abzugeben, damit andere Gäste – und auch Airbnb – die Vertrauenswürdigkeit des Gastgebers überprüfen können. Es ist davon auszugehen, dass die Betrüger deshalb mehrheitlich reale, aber korrupte Gastgeber anfragen. Dies geschieht laut Bericht in mehreren russischen Untergrund-Foren.

In einem Beispiel werde etwa nach einem permanenten Host gesucht, der bereit sei, zwischen 1000 und 2ooo Dollar auf einmal einzuschleusen. Das Prinzip scheint nicht nur in Russland aufzugehen. Manche Betrüger würden sich nach Gastgebern umsehen und das Land «spielt dabei keine Rolle».

Zuverlässige Warnsysteme?

Es ist schwer abzuschätzen, wie weit die Betrüger verbreitet sind und wie viele es gibt. Den illegalen Aktivitäten versucht Airbnb technisch Einhalt zu gebieten. Die Plattform verfügt über ein Echtzeit-Erkennungssystem, womit jede Reservierung vorzeitig auf Risiken überprüft wird, wie der Leiter des Risikomanagements zu «Daily Beast» sagt.

Verdächtige Aktivitäten würden sofort signalisiert und anschliessend gestoppt. Allerdings gibt er keine Auskunft darüber, ob dies schon einmal in Zusammenhang mit Geldwäscherei geschah.

Ein Warnsystem gebe es auch bei auffälligen Kreditkartenaktivitäten. Unter anderem mit dem Sicherheitsverfahren 3-D Secure werde festgestellt, ob die verwendete Kreditkarte tatsächlich von deren Inhaber genutzt wird. Inwiefern das System bei den russischen Geldwäschereiaktivitäten greift, bleibt auch hier unklar.

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