Audi streicht in Deutschland 9500 Stellen

Bis 2025 will der Autohersteller mehrere Tausend Stellen abbauen. Im Gegenzug sollen 2000 Jobs in der Elektromobilität und Digitalisierung entstehen.

Ein Arbeiter installiert einen Autositz in die Karosserie neuer Fahrzeuge von Audi. (Symbolbild) Foto: Andreas Gebert/Getty Images

Ein Arbeiter installiert einen Autositz in die Karosserie neuer Fahrzeuge von Audi. (Symbolbild) Foto: Andreas Gebert/Getty Images

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Der Autobauer Audi streicht in Deutschland unter dem Strich 7500 Stellen. Bis 2025 baut das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen Tochter 9500 Stellen ab. Dafür sollen im Gegenzug 2000 Jobs in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung neu entstehen.

Das Unternehmen und der Betriebsrat hätten sich auf eine Grundsatzvereinbarung geeinigt, teilte Audi am Dienstag mit. Der Stellenabbau solle sozialverträglich ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen, hiess es. Die Beschäftigungsgarantie für die verbleibenden Audi-Mitarbeiter in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm wird von 2025 bis 2029 verlängert.

«Zukunftspakt»

Audi und der Betriebsrat hatten seit längerem über den «Zukunftspakt» für das unter Druck stehende Unternehmen verhandelt. Zuletzt war dabei auch über die Kürzung von Kapazitäten in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm gesprochen worden. Anfang November hatte ein Audi-Sprecher dazu gesagt: «Es geht unter anderem darum, die Kapazitäten so auszurichten, dass die Werke insgesamt profitabel und wirtschaftlich flexibel arbeiten.» Für die rund 61'000 Audi-Mitarbeiter in den beiden deutschen Werken Ingolstadt und Neckarsulm galt bisher eine Beschäftigungsgarantie bis 2025.

Unterauslastung

In Neckarsulm werden aktuell vor allem die Audi-Modelle A4 bis A8 und R8 gebaut. Wegen der Krise um Verbrennungsmotoren leidet das Werk aber seit langem unter einer Unterauslastung. Dieses Jahr werde das dritte in Folge mit weniger als 200 000 Autos gebauten Autos sein, sagte der Neckarsulmer Betriebsratschef Rolf Klotz kürzlich. Die Kapazität beträgt jährlich 300 000. Verringern sich die Stückzahlen, steigen in der Regel die Produktionskosten.

Audi ist seit der Aufdeckung des Dieselskandals 2015 auf Talfahrt und deutlich hinter die Konkurrenten Daimler und BMW zurückgefallen. Der Skandal kostete Milliarden. Sechs Entwicklungschefs hatte Audi in den vergangenen sieben Jahren, die Autos verkaufen sich immer schlechter. Der künftige Audi-Chef Markus Duesmann soll den Autobauer wieder profitabler machen, enger mit Porsche und VW zusammenarbeiten und bis 2025 auch 30 E-Modelle auf den Markt bringen. (sda)

Erstellt: 26.11.2019, 14:57 Uhr

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