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Tesla ist an der Börse erstmals wertvoller als VW

Der Elektroautobauer Tesla verkauft nur einen Bruchteil der Stückzahlen von VW und ist doch mehr wert. Warum dies auf lange Sicht wieder ändern könnte.

Angelika Gruber
Tesla auf der Überholspur. Ein Mitarbeiter präsentiert das Model 3. Foto: Yilei Sun (Reuters)
Tesla auf der Überholspur. Ein Mitarbeiter präsentiert das Model 3. Foto: Yilei Sun (Reuters)

Es ist ein Weckruf für die Autobauer: Nach einem wahren Kursrally ist der Elektroautobauer Tesla an der Börse erstmals mehr wert als der weltgrösste PW-Bauer Volkswagen. Die Tesla-Aktie stieg jüngst auf ein neues Rekordhoch und übersprang damit die Marke von 100 Milliarden Dollar. VW ist umgerechnet rund 99,8 Milliarden Dollar wert. Erstaunlich ist das auch deshalb, weil Tesla nur einen Bruchteil der Stückzahlen von VW verkauft.

In einer anderen Liga beim Börsenwert spielt lediglich Toyota – der Konzern ist an der Börse mehr als doppelt so viel wert wie Tesla.

Bei dem nun geschlagenen VW-Konzernchef Herbert Diess haben die Alarmglocken bereits vor einer Woche geschrillt, als er VW-Führungskräfte vor der wachsenden Konkurrenz durch Tesla warnte und auf einen schnelleren Wandel einschwor. «Der Sturm geht jetzt erst los», sagte er und kündigte für das Unternehmen ein «Aufholprogramm» an.

«Es spricht viel mehr dafür, dass in fünf Jahren Volkswagen wieder wertvoller ist als Tesla.»

Autoanalyst Jürgen Pieper

Auch andere Autobauer reagieren und investieren derzeit in neue Technologien und alternative Antriebsformen. Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler glaubt deshalb, dass die alteingesessenen Autobauer den Spiess auch wieder umdrehen könnten. «Es spricht viel mehr dafür, dass in fünf Jahren Volkswagen wieder wertvoller ist als Tesla», sagt der Experte.

Musk hegt Expanionspläne

Grund für den Höhenflug der Tesla-Aktie seien unter anderem die Expansionspläne von Tesla-Chef Elon Musk nach China und Europa. «Er expandiert ausgerechnet dorthin, wo die Autoindustrie zu Hause ist, nach Deutschland – was kein nichtdeutscher Hersteller seit ewigen Zeiten gemacht hat, weil sie die hohen Kosten gescheut haben. Er traut sich das zu», sagt Pieper. Zudem habe Tesla zuletzt mehr Wagen verkauft als erwartet und mit dem neuen Pick-up-Modell grosse Erwartungen geschürt.

Während Musk Gas gibt, kämpften viele andere Autobauer mit Altlasten – etwa der Aufarbeitung des Dieselskandals. So wie etwa Mercedes: Die Deutschen warnten am Mittwoch vor weiteren Milliardenkosten für Verfahren, welche im Zusammenhang mit dem Dieselskandal stehen. Doch trotzdem holen VW und Co. auf. «Die Alleinstellung von Tesla wird allmählich verschwinden, zumindest was die Elektrifizierung betrifft. Da kommen die anderen nach», sagt Pieper. Damit werde sich auch die aktuell hohe Bewertung von Tesla wieder relativieren, erwartet der Auto-Analyst.

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