Männedorf

Tecan drückt vor dem Chefwechsel aufs Gaspedal

Der Laborausrüster hat im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn deutlich erhöht. Die Industriegruppe sieht sich im anlaufenden «Jahrhundert der Biologie» gut positioniert.

Der Männedörfler Laborausrüster Tecan hat im letzten Jahr auf fast allen Ebenen satte Zuwächse verzeichnet: Der Umsatz stieg um 8,2 Prozent auf 594 Millionen Franken.

Der Männedörfler Laborausrüster Tecan hat im letzten Jahr auf fast allen Ebenen satte Zuwächse verzeichnet: Der Umsatz stieg um 8,2 Prozent auf 594 Millionen Franken. Bild: Manuela Matt

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Der neue Konzernchef kann sich freuen: Achim von Leoprechting übernimmt am 1. April vom bisherigen CEO David Martyr – der das Pensionierungsalter erreicht – ein in (fast) jeder Hinsicht prosperierendes Unternehmen. Im vergangenen Jahr hat Tecan sowohl Umsatz als auch Gewinn gesteigert. Auch der Ausblick auf 2019 ist dank eines deutlich gestiegenen Auftragsbestands von viel Zuversicht geprägt. Der Gesamtumsatz stieg in der Berichtsperiode um 8,2 Prozent auf 594 Millionen Franken. Damit wurde die eigene Prognose eines mittleren einstelligen Wachstums leicht übertroffen.

Unter dem Strich resultierte für Tecan ein 7,2 Prozent höherer Gewinn von 70,7 Millionen. Einzig die Gewinnmargen von Tecan haben – kurzfristig – unter der im letzten August erfolgten Akquisition von Nugen, einem kalifornischen Anbieter von Genom-Sequenzen-Reagenzien, gelitten. Diese Reagenzien dienen unter anderem zur Untersuchung von genetisch bedingten Erkrankungen. Vom guten Ergebnis sollen auch die Aktionäre profitieren, indem die Dividende um zehn Rappen auf 2.10 Franken je Aktie erhöht wird. Die Generalversammlung findet am 16. April statt.

Noch leicht defizitär

Um die Zukunft von Tecan braucht einem nicht bange zu sein, zumindest wenn es nach den Worten von Achim von Leoprechting am Montag an der Bilanzpressekonferenz in Zürich geht. Demnach stehen wir am Anfang des «Jahrhunderts der Biologie», das grosse Chancen biete. Genau in diesem Bereich verdient Tecan als Anbieter von Laborinstrumenten für die Branchen Biopharma, Forensik und Klinische Diagnostik sein Geld. Die Börse scheint jedenfalls viel Vertrauen in das Wachstumspotenzial der Männedörfler Industriegruppe zu haben. Die Aktie stieg am Montag im Tagesverlauf um über fünf Prozent, bevor es zu Gewinnmitnahmen kam.

Mit der Übernahme von Nugen hat Tecan ein neues Wachstumsfeld betreten. Hochwertige Reagenzien sind unerlässlich für Labore, die Next Generation Sequencing (NGS) – also DNA-Sequenzierungstechnologie – durchführen. Um die Qualität und Reproduzierbarkeit zu gewährleisten, bemühen sich NGS-Labore, Kits, Protokolle, Reagenzien und Verfahren zu standardisieren. Nugen bietet Lösungen zur Probenvorbereitung für die Gensequenzierungen der nächsten Generation, des gemäss David Martyr «am schnellsten wachsenden Gebietes innerhalb der Genomik». Bei der Genomik handelt es sich um Genomforschung an Mikroorganismen.

Erwartet wird, dass sich der Umsatz von Nugen – von Tecan unter Tecan Genomics geführt – bis 2023 verdreifachen wird. Zwar ist der neue Geschäftsbereich noch leicht defizitär, aber das soll sich bis 2022 ändern. Insgesamt erwartet Martyr bis 2023 einen Umsatz von über 75 Millionen Franken durch die Umsetzung der Genomik-Strategie des Unternehmens. Vor allem dank der Übernahme von Nugen ist der Personalbestand von Tecan im vergangenen Jahr um 100 Mitarbeitende gestiegen, auf fast 1600. Davon arbeiten rund 500 Personen am Hauptsitz in Männedorf.

Weitere Zukäufe möglich

Für 2019 rechnet Tecan mit einem Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Darin nicht eingeschlossen sind mögliche weitere Zukäufe. Tecans «Kriegskasse» ist gut gefüllt. Die Eigenkapitalquote beträgt 71 Prozent, und die Nettoliquidität – flüssige Mittel und Anlagen abzüglich Bankverbindlichkeiten und -kredite – liegt per Ende 2018 bei knapp 290 Millionen Franken. Dies, obwohl der Kaufpreis von 54,5 Millionen Dollar für den Zukauf von Nugen vollständig in bar bezahlt wurde.

Im laufenden Jahr dürften die akquisitionsbedingten Kosten einen hohen einstelligen Millionenbetrag in Schweizer Franken erreichen. Die Kosten sollten laut dem scheidenden CEO David Martyr zum grössten Teil durch eine Steigerung der Profitabilität ausgeglichen werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.03.2019, 15:21 Uhr

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