Zum Hauptinhalt springen

Tabakkonzerne starten Anti-Raucher-Kampagne

Philip Morris & Co. müssen in den USA ein Jahr lang jeden Tag über die Gesundheitsrisiken des Rauchens aufklären – weil sie in der Vergangenheit die Öffentlichkeit belogen haben.

«Tabakkonzerne haben Zigaretten bewusst mit genug Nikotin versetzt, um Abhängigkeit zu erzeugen und aufrechtzuerhalten»: Die erzwungene Werbung. (27. November 2017) Video: Tamedia/US Department of Justice

In den USA haben die Tabakkonzerne ihre von der Justiz angeordnete Werbekampagne gegen das Rauchen gestartet. «Rauchen tötet im Schnitt 1200 Amerikaner – täglich», heisst es in den sehr schlichten Anzeigen mit schwarzer Schrift auf weissem Grund in den grossen US-Sonntagszeitungen.

Ein Gericht habe R.J. Reynolds Tobacco, Philip Morris USA, Altria und Lorillard dazu verpflichtet, eine Erklärung zu den gesundheitlichen Folgen des Rauchens abzugeben, erklären die Konzerne in der Anzeige.

Jahrzehntelang die Öffentlichkeit belogen

Weiter heisst es: «Jedes Jahr sterben mehr Menschen an den Folgen des Rauchens als durch Mord, Aids, Suizid, Drogen, Autounfälle und Alkoholkonsum zusammen.» Aufgeführt werden zudem diverse Krankheiten, für die das Rauchen verantwortlich ist. Dann: «Tabakkonzerne haben Zigaretten bewusst mit genug Nikotin versetzt, um Abhängigkeit zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Wenn Sie rauchen, verändert Nikotin ihr Gehirn – deswegen ist es so schwierig aufzuhören.»

Das Urteil erging bereits vor elf Jahren. Richterin Gladys Kessler hatte 2006 in einer mehr als 1600 Seiten starken Begründung geurteilt, dass die Tabakkonzerne das Gesetz brachen, indem sie die Öffentlichkeit jahrzehntelang über die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens belogen. Sie ordnete eine Gegendarstellung an – über die genaue Wortwahl stritten die Anwälte beider Seiten jahrelang.

2014 einigten sie sich schliesslich, dass die Anzeigen in allen wichtigen Sonntagszeitungen abgedruckt, zur Hauptsendezeit im Fernsehen ausgestrahlt und auf den Packungen zitiert werden müssen – und zwar ein Jahr lang.

«Bedeutenden Sieg für die öffentliche Gesundheit»

Die Krebs-Gesellschaft in den USA, die bei der Formulierung der Anzeigen mitgewirkt hat, nannte die Werbekampagne einen «bedeutenden Sieg für die öffentliche Gesundheit». Die Tabakindustrie habe Millionen von Menschen mit ihren Produkten gezielt abhängig gemacht, mit Produkten, von denen sie wussten, dass sie die Hälfte der Menschen vorzeitig töten würden.

SDA/mch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch