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Syngenta will nicht um jeden Preis unabhängig bleiben

Der vom US-Saatguthersteller Monsanto belagerte Basler Agrochemiekonzern Syngenta will nicht um jeden Preis unabhängig bleiben. Dies sagte Verwaltungsratspräsident Michel Demaré in einem Interview mit der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" vom Mittwoch.

Syngenta-Präsident Michel Demaré weist Monsanto-Offerte für Syngenta als ungenügend zurück (Archiv).
Syngenta-Präsident Michel Demaré weist Monsanto-Offerte für Syngenta als ungenügend zurück (Archiv).
Keystone

"Sollten wir eine Offerte bekommen - von Monsanto oder sonst jemandem -, die wir als seriös erachten und die wir mit dem Wert unserer unabhängigen Strategie vergleichen können, dann ziehen wir Verhandlungen in Betracht", sagte Demaré. Dies sei aber keine Einladung zu einer Offerte. Die Monsanto-Offerte von 449 Fr. je Aktie der Basler wies der Syngenta-Präsident erneut zurück. "Seit vier Jahren versucht Monsanto, einen Deal mit Syngenta zu machen, der riesige Umwälzungen in ihrer Strategie bringen würde." Alle Aktionäre müssten diese mittragen, doch beim vorgeschlagenen Verhältnis würden die Syngenta-Aktionäre nur 30 Prozent der Synergien erhalten. Normalerweise würden die Aktionäre übernommener Gesellschaften 50 bis 70 Prozent der Synergien erhalten, sagte Demaré: "Wir brauchen für diese Transaktion eine Risikominimierung. Dies könnten ein höherer Preis, ein tieferes Risiko oder weitere Garantien sein. Unsere Aktionäre bräuchten deutlich mehr als den Wert der eigenständigen Syngenta-Strategie." Höhere Gebühr für Fall des Scheiterns Eine höhere Strafzahlung von Monsanto für den Fall, dass die Übernahme am Widerstand der Kartellbehörden scheitert, wäre eine Möglichkeit. "Sie würde die Zuversicht von Monsanto spiegeln, dass die wettbewerbsrechtlichen Probleme gelöst werden könnten. Monsanto sollte anerkennen, dass gewaltige Hürden existieren", sagte Demaré. Als Beispiele für Übernahmen, die am Widerstand der Kartellbehörden gescheitert sind, nannte der Syngenta-Präsident General Electric und Honeywell, Deutsche Börse und New York Stock Exchange, Comcast und Time Warner. "Ausserdem gehören Monsanto und Syngenta nicht zu den populärsten Firmen auf dieser Welt. Die Behörden könnten davor zurückschrecken, sie zu einem Monster fusionieren zu lassen, das zweieinhalb Mal grösser ist als der nächstfolgende Konkurrent", sagte Demaré. "Monsantos Vorschlag war auf allen Ebenen inadäquat. (...) Sie sollen mit einem seriösen Vorschlag zurückkommen", sagte Demaré. Monsanto bietet 45 Mrd. Dollar für Syngenta und eine Gebühr von 2 Mrd. Dollar, sollte eine Übernahme am Widerstand der Kartellbehörden scheitern. Monsanto mit langem Atem Monsanto seinerseits will bei der geplanten Übernahme von Syngenta einen langen Atem zeigen. "Ich werde da Energie reinstecken, um das über die Ziellinie zu bringen", sagte Monsanto-Chef Hugh Grant dem "Wall Street Journal" laut der Nachrichtenagentur Reuters. Er sprach von einem "langen Spiel" und dass er sich von Syngentas Abfuhr nicht abschrecken lasse. Monsantos Jagd nach dem Schweizer Unternehmen könnte sich über mehrere Monate auszahlen, sagte Grant.

SDA

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