Küsnacht

Starmind stellt Küsnacht auf den Prüfstand

Der Spezialist für Künstliche Intelligenz will bis im Sommer über den Verbleib oder den Wegzug aus der Seegemeinde entscheiden. Die Stadt Zürich steht als Alternative im Vordergrund.

Starmind-Gründer Pascal Kaufmann bezeichnet sich selbst als «Fan von Küsnacht».

Starmind-Gründer Pascal Kaufmann bezeichnet sich selbst als «Fan von Küsnacht». Bild: Archiv Michael Trost

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Die Firma Starmind, die 2010 von Pascal Kaufmann und Marc Vontobel am Labor für Künstliche Intelligenz der Universität Zürich gegründet wurde, zählt zu den ambitioniertesten und spannendsten Jungunternehmen in der Schweiz auf diesem Gebiet. Nach einer Verdoppelung der Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr, soll der Personalbestand weiter signifikant erhöht werden.

Heute arbeiten von den 80 Mitarbeitenden rund 50 am Zürichsee. Etliche Preise und Auszeichnungen säumen den Weg der Forscher und Forscherinnen, die sich - grob gesagt - zum Ziel gesetzt haben, das Wissen in den Köpfen von Menschen zu verknüpfen.

Starmind verfolgt einen neuartigen Ansatz, wonach schon aufgrund kleiner Datenmengen auf Inhalte, Kontext oder Know-how geschlossen werden kann. Selbstlernende Netzwerke in Firmen in über 100 Länder finden quasi autonom heraus, wer auf welchem Gebiet ein Experte ist oder Erfahrung hat. Eine dieser Firmen ist Swisscom. Hier wird durch einen selbstlernenden Algorithmus und intelligente neuronale Netzwerke das Wissen des Telekomkonzerns kartographiert und ständig erweitert.

«Ich zahle gerne Steuern, wenn ich dafür eine gute Infrastruktur erhalte.»Pascal Kaufmann, Firmengründer Starmind, Küsnacht

Mit Hilfe dieses Wissensnetzwerks kann das bestehende Know-how im Unternehmen effizienter abgerufen und genutzt werden:Mit jeder gestellten und beantworteten Frage lernt das von Starmind entwickelte Programm dazu. Eingetippte Fragestellungen werden automatisch an den passenden Swisscom-Experten weitergeleitet und dadurch rasch beantwortet.

Noch nichts unterschrieben

Das schnelle Wachstum von Starmind hat allerdings zur Folge, dass dem Unternehmen in Küsnacht allmählich seine Kleider eng werden. Seit einiger Zeit überlegen sich die Verantwortlichen mögliche Alternativen zum jetzigen Standort im Dorfzentrum. Entschieden sei noch nichts, sagt Firmengründer Pascal Kaufmann: «Wir schauen uns viele Objekte an». Natürlich schaue sich Starmind auch an Orten um, «die zentrumsnäher sind», sprich in der Stadt Zürich. Kaufmann bestätigt, dass für den Anfahrtsweg der von Starmind umworbenen Talente die Grossstadt Vorteile biete: «Die Studenten und Top-Shots wohnen dort, wo die Post abgeht, und das ist die City». Rein geographisch gesehen sei downtown Zürich besser erschlossen als die Gemeinden rundherum.

Kaufmann bezeichnet sich selbst als «Fan von Küsnacht». Starmind werde lokal gut unterstützt, auch von Seiten der Behörde, und geniesse in Küsnacht und den umliegenden Gemeinden hohe Anerkennung. Die Frage sei, ob dies auch für die Mitarbeitenden gelte. Deren Meinung sei massgebend. Google habe seine Büros direkt neben dem Zürcher Hauptbahnhof. Da stelle sich schon die Frage, ob Küsnacht langfristig noch der richtige Standort sei.

Starmind sei ein sehr internationales Unternehmen mit Mitarbeitenden aus der ganzen Welt. Jemand, der aus den USA hierher zu Starmind komme, wolle in Zürich wohnen und nicht in Küsnacht. Letztlich spitzt sich bei Starmind die Standortfrage auf Küsnacht oder Zürich-City zu: «Wichtig ist die Nähe zum Flughafen, über den unsere Talente gut und bequem anreisen können».

Willkommenskultur wichtig

Bis im Sommer will Kaufmann das Thema unter Dach und Fach haben. Steuerliche Erwägungen spielen laut dem 40-Jährigen Neurowissenschaftler weniger eine Rolle: «Ich zahle gerne Steuern, wenn ich dafür eine gute Infrastruktur erhalte». Gesucht werde insbesondere ein Standort, «wo wir willkommen sind und unterstützt werden». Insgesamt sieht Kaufmann die Schweiz und insbesondere den Grossraum Zürich als ideal aufgestellt für den Bereich Künstliche Intelligenz (KI).

Die beiden ETH, die Universität Zürich sowie all die Fachhochschulen auf engstem Raum machten den heimischen Standort äusserst interessant und zu einem Epizentrum für KI. Das spezifische Know-how sei hierzulande weltweit am höchsten: «Warum kommen Google, Facebook und alle anderen nach Zürich - weil es hier ganz einfach die besten Leute und Voraussetzungen gibt». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.04.2019, 18:59 Uhr

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