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Starker Euro lässt SNB-Gewinn explodieren

Die Schweizerische Nationalbank fährt im dritten Quartal einen Gewinn von über 30 Milliarden Franken ein. Nach neun Monaten zeichnet sich ein Rekordergebnis fürs Gesamtjahr ab.

Der Franken schwächt sich ab, die Situation hellt sich auf: SNB-Präsident Thomas Jordan.
Der Franken schwächt sich ab, die Situation hellt sich auf: SNB-Präsident Thomas Jordan.
Anthony Anex, Keystone

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im dritten Quartal einen Rekordgewinn von 32,5 Milliarden Franken erzielt. Zusammen mit dem Gewinn von 1,2 Milliarden Franken im ersten Halbjahr führt dies zu einem Überschuss von 33,7 Milliarden Franken per Ende September.

Ein Rekordergebnis im dritten Quartal in dieser Höhe war allgemein erwartet worden. Ökonomen der Grossbank UBS sprachen denn auch bereits im Vorfeld von «einer Verkettung glücklicher Umstände». Ein Preisanstieg des Goldes und eine Abschwächung des Frankens zur gleichen Zeit seien ungewöhnlich.

Schwächerer Franken

Für das gute Quartalsergebnis verantwortlich sind tatsächlich die Abschwächung des Frankens auf breiter Front, höhere Gold- und Anleihenpreise und die weiterhin gute Stimmung an den Aktienmärkten.

Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug in den ersten drei Quartalen allein 30,3 Milliarden Franken, wie die SNB am Dienstag mitteilte. Die wechselkursbedingten Gewinne beliefen sich dabei auf insgesamt 10,5 Milliarden Franken. Die Beteiligungspapiere profitierten vom günstigen Börsenumfeld und trugen 14,4 Milliarden Franken zum Erfolg bei.

Auf Zinserträge entfielen weitere 6,8 Milliarden Franken und 2,5 Milliarden Franken auf Dividendenerträge. Auf Zinspapieren resultierte hingegen ein Kursverlust von 4,0 Milliarden Franken.

Gelb und ein bisschen kleiner: SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg präsentiert die neue Note.
Gelb und ein bisschen kleiner: SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg präsentiert die neue Note.
Anthony Anex, Keystone
Die Motive sind auf der Vorderseite Hände einer Dirigentin, die den Takt vorgibt. Unterhalb ist ein Globus mit Zeitzonen.
Die Motive sind auf der Vorderseite Hände einer Dirigentin, die den Takt vorgibt. Unterhalb ist ein Globus mit Zeitzonen.
Anthony Anex, Keystone
Die Note stellt das Organisationstalent der Schweiz ins Zentrum.
Die Note stellt das Organisationstalent der Schweiz ins Zentrum.
Anthony Anex, Keystone
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Höherer Goldpreis und Negativzinsen

Positiv schlägt sich der höhere Goldpreis in den Zahlen nieder. Auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand resultierte ein Bewertungsgewinn von 2,3 Milliarden Franken. Gold wurde per Ende September 2017 zu 40'071 Franken pro Kilo gehandelt. Ende 2016 lag der Goldpreis noch bei 37'885 Franken.

Die von der SNB erhobenen Negativzinsen auf Girokontenguthaben waren im Wesentlichen dafür verantwortlich, dass der Gewinn auf den Frankenpositionen per Ende September auf 1,5 Milliarden Franken anstieg.

Nur bedingt Rückschlüsse auf Jahresergebnis

Das Ergebnis der SNB ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis seien nur bedingt möglich, schreibt die SNB.

Im zweiten Quartal 2017 hatte die SNB einen Verlust von 6,7 Milliarden Franken erlitten. Hauptgrund dafür waren Einbussen auf den Dollarbeständen. Aufgrund des hohen Gewinns von rund 7,9 Milliarden Franken im ersten Quartal resultiert zum Halbjahr dennoch ein Plus von 1,2 Milliarden Franken.

Trotz des starken Ergebnisses im dritten Quartal können die Aktionäre allerdings nicht mit einer höheren Dividende rechnen. Die die Gewinnausschüttungen an die öffentliche Hand für 2016 bis 2020 ist auf maximal 2 Milliarden Franken pro Jahr gedeckelt worden. Die Zuweisung für das laufende Geschäftsjahr wird Ende Jahr festgelegt.

(SDA)

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