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Sea World täuschte Anleger – und zahlt dafür Millionen

Nach Erscheinen des Films «Blackfish» über die Haltung von Orcas kamen weniger Besucher. Die Verluste spielte das Unternehmen herunter.

Die Themenparks mit ihren berühmt-berüchtigten Orca-Shows gibt es unter anderem in Orlando und San Diego. (Archivbild) Bild: Mathieu Belanger/Reuters
Die Themenparks mit ihren berühmt-berüchtigten Orca-Shows gibt es unter anderem in Orlando und San Diego. (Archivbild) Bild: Mathieu Belanger/Reuters

Wegen Täuschung seiner Anleger zahlen das Freizeitpark-Unternehmen Sea-World und sein ehemaliger Chef James Atchison insgesamt fünf Millionen Dollar (4,1 Millionen Franken). Sie hatten in den Jahren 2013 und 2014 die Auswirkungen des Dokumentarfilms «Blackfish» über Orcas in Gefangenschaft heruntergespielt, wie die US-Börsenaufsicht SEC erklärte. Der Kurs der Aktie von Sea-World fiel wegen des Films aber stark, die Anleger erlitten laut SEC «grosse Verluste».

Sea-World Entertainment zahle nun vier Millionen Dollar, Atchinson eine Million Dollar, um einen Prozess zu vermeiden, teilte die SEC am Dienstag mit. Weder das Unternehmen noch der Ex-Chef bekannten sich damit zu der Anlegertäuschung, bestritten sie aber auch nicht.

Sinkende Besucherzahlen

Orcas gelten als sehr soziale Tiere, die unter beengter Einzelhaltung und Gefangenschaft leiden. Der Film «Blackfish» zeigte 2013, wie sich die Gefangenschaft auf die Schwertwale auswirkt. Auch dass ein Orca einen Sea-World-Trainer tötete, deckte der Film auf. Das Unternehmen wies zunächst alle Vorwürfe der Filmemacher zurück. Im August 2014 schliesslich gab die Geschäftsführung zu, dass der Film für sinkende Besucherzahlen sorgte.

Der Film «Blackfish» führte zu einem Besucherschwund. Video: Youtube

Die SEC kritisierte am Dienstag, Sea-World habe seinen Ruf als «einen der wichtigsten Vermögenswerte» dargestellt, habe es aber versäumt, die Auswirkungen von «Blackfish» auf das Geschäft zeitnah zu analysieren und bekanntzumachen. Wegen des grossen öffentlichen Drucks kündigte Sea-World 2016 an, keine Orcas mehr für seine Shows zu züchten. Nach dem Tod der noch lebenden Tiere werde das Unternehmen künftig keine Schwertwale mehr halten.

apf/oli

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