Österreicher strecken Fühler nach Globus aus

Der Verkauf der Warenhauskette geht in die heisse Phase. Ein Investor aus Tirol dürfte gemäss Insidern ins Rennen steigen.

Offenbar mehr als nur Interesse an Globus: Der Innsbrucker Investor René Benko mit seiner zweiten Gattin Nathalie. (Archiv/APA/Keystone)

Offenbar mehr als nur Interesse an Globus: Der Innsbrucker Investor René Benko mit seiner zweiten Gattin Nathalie. (Archiv/APA/Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ende November seien die Angebote für die im Umbau steckende Gesellschaft Globus fällig, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es würden Offerten aus dem Inland und dem Ausland erwartet. So dürfte auch die Signa-Gruppe des österreichischen Investors René Benko, der bei der deutschen Warenhaus-Gruppe Galeria Karstadt Kaufhof das Sagen hat, ins Rennen steigen, sagten Insider. Mit dem Verkauf habe die Globus-Besitzerin Migros die Investmentbank Alantra und den Immobilienberater CBRE betraut.

Der zweitgrösste Schweizer Einzelhändler hatte im Juni angekündigt, vier Töchter verkaufen zu wollen. Für Globus, die Dekorationswaren-Firma Depot, den Möbelhändler Interio und den Elektrorad-Händler m-way gebe es bessere Eigentümer als die vor allem im Lebensmittelgeschäft starke Migros, hatte es damals geheissen. Für m-way hat Migros inzwischen einen neuen Besitzer gefunden. «Die Prozesse für Globus, Interio und Depot sind wie geplant im Gang», sagte ein Migros-Sprecher.

Globus, die 2018 einen Umsatzrückgang auf 808 Millionen Franken verbuchte, schreibt Verluste. Mit Investitionen ins Online-Geschäft und dem Ausbau des Angebots an hochpreisigen Produkten will Firmenchef Thomas Herbert die Firma wieder in die schwarzen Zahlen führen. Migros zufolge sind Ausgaben im dreistelligen Millionen-Bereich notwendig.

Am liebsten alles als Paket

Es sei offen, ob der Verkauf von Globus mit oder ohne Immobilien erfolgen werde, so der Sprecher. Einem der Insider zufolge würde der Konzern am liebsten alles als Paket verkaufen. Globus betreibt insgesamt 49 Standorte. In vier grösseren Städten besitzt Migros auch die Immobilien. Warenhäuser rund um den Globus kämpfen mit Gegenwind, denn viele Kunden kehren Innenstädten und Warenhäusern den Rücken und bestellen lieber bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando.

Dutzende von Parteien hätten unverbindlich Interesse an Globus angemeldet, sagte ein Insider. Doch nur eine Handvoll dürfte tatsächlich als Käufer infrage kommen. Der einzige, der öffentlich den Hut in den Ring geworfen hat, ist Globus-Chef Herbert. Er und weitere Führungskräfte könnten eine Übernahme einschliesslich der Immobilien allerdings nur zusammen mit einem Finanzinvestor stemmen. Er habe weiterhin Interessen an einem Management Buy out, sagte eine Globus-Sprecherin.

Sorgfältige Auswahl von Migros

«Die Migros wird den neuen Eigentümer von Globus sehr sorgfältig auswählen und hat eine klare Präferenz für einen Investor, welcher in das Unternehmen investiert, dieses weiterentwickelt und in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiterhin erfolgreich betreibt», erklärte ein Sprecher.

Auch für Depot, die insbesondere in Deutschland und Österreich tätig ist, sei der Verkaufsprozess angelaufen, sagten mit der Situation vertraute Personen. Diese Transaktion organisiere die Investmentbank DC Advisory, hiess es.

DC Advisory, Alantra, CBRE und Signa wollten sich nicht äussern. (fal/reuters)

Erstellt: 29.10.2019, 17:34 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Kommentare