Software-Update für Boeing 737 Max verzögert sich

Die Boeing-737-Max-Maschinen könnten länger am Boden bleiben als erwartet, weil das Software-Update noch Nachbesserungen braucht.

«Wir nehmen uns die Zeit, es richtig zu machen»:  Eine Boeing 737 Max 8 wird zusammengebaut. (Archivbild)

«Wir nehmen uns die Zeit, es richtig zu machen»: Eine Boeing 737 Max 8 wird zusammengebaut. (Archivbild) Bild: Ted S. Warren/Keystone

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Der US-Flugzeughersteller will die überarbeitete Software für die 737-Max-Maschinen in den kommenden Wochen einrichten. Man wolle sicherstellen, «dass wir uns die Zeit nehmen, es richtig zu machen», teilte Boeing in der Nacht auf Dienstag mit.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat vom Flugzeugbauer Boeing Nachbesserungen am Softwareupdate für Maschinen vom Typ 737 Max 8 gefordert. Es sei noch «zusätzliche Arbeit» nötig, erklärte die FAA am Montag. Die Behörde erwarte, das endgültige Softwarepaket «in den kommenden Wochen» vorgelegt zu bekommen.

«Die FAA wird die Software nicht für eine Installation zulassen, bevor die Behörde mit der Vorlage zufrieden ist», betonte die Luftfahrtaufsicht. Das könnte bedeuten, dass die Maschinen deutlich länger am Boden bleiben müssen als erwartet.

Abstürze mit Ähnlichkeiten

Nach Abstürzen von zwei Boeing 737 Max 8 binnen fünf Monaten dürfen sämtliche Flugzeuge dieses Typs weltweit nicht mehr abheben. Am 10. März war eine 737 Max 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt. Alle 157 Menschen an Bord kamen ums Leben. Im Oktober verunglückte eine Lion-Air-Maschine des gleichen Typs vor der indonesischen Insel Java. Dabei starben alle 189 Insassen.

Die Abstürze wiesen Ähnlichkeiten auf. In den Fokus der Behörden ist die eigens für die Boeing 737 Max entwickelte Steuerungsautomatik MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) geraten, die einen Strömungsabriss verhindern soll. Das System drückt die Flugzeugnase nach unten, wenn es von einem Strömungsabriss ausgeht.

System übersteuerte Piloten

Im Fall der in Indonesien verunglückten Maschine hatte ein Sensor dem System offenbar einen falschen Steigungswinkel gemeldet. Während das MCAS die Flugzeugnase daraufhin nach unten drückte, versuchten die Piloten verzweifelt, die Maschine nach oben zu ziehen.

Vergangene Woche stellte Boeing dann Änderungen an der Steuerungssoftware vor. So soll das MCAS nicht wiederholt Korrekturen vornehmen, wenn die Piloten versuchen, die Kontrolle über die Maschine zurückzugewinnen. Ausserdem soll sich das System automatisch abschalten, wenn die beiden Sensoren, die den sogenannten Anstellwinkel messen, widersprüchliche Daten liefern.

Boeing hofft auf eine rasche Zulassung des Softwareupdates, damit die 737 Max 8 wieder starten können. Die FAA kündigte am Montag an, das Softwareupdate einer «strikten Sicherheitsüberprüfung» unterziehen zu wollen. Die Behörde ist zuletzt wegen Vorwürfen einer zu grossen Nähe zu Boeing in die Kritik geraten. (chk/AFP/sda)

Erstellt: 02.04.2019, 04:28 Uhr

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