Hunderte Millionen für Schneider-Ammanns Vermächtnis

Innovative Schweizer Jungunternehmen sollen mit Mitteln aus einem speziellen Fonds gefördert werden. Dahinter steht eine vom Ex-Wirtschaftsminister mitgegründete Stiftung.

Freude herrscht über den Geldsegen: Johann Schneider-Ammann mit Urs Berger, Präsident der Swiss Entrepreneurs Foundation und Verwaltungsratspräsident der Mobiliar. Foto: Peter Schneider (Keystone)

Freude herrscht über den Geldsegen: Johann Schneider-Ammann mit Urs Berger, Präsident der Swiss Entrepreneurs Foundation und Verwaltungsratspräsident der Mobiliar. Foto: Peter Schneider (Keystone)

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Credit Suisse und UBS haben zusammen mit der Stiftung Swiss Entrepreneurs Foundation (Swiss EF) einen Fonds lanciert, der in Schweizer Unternehmen investieren soll. Die Mobiliar ist mit 100 Millionen Franken die erste Investorin. Der Fond soll einmal 500 Millionen Franken gross werden. Die Finanzmarktaufsicht Finma hat den Fonds Ende Januar bewilligt. Als weitere Investoren in den Fonds erhoffen sich die Initianten nun institutionelle Anleger wie Pensionskassen, vermögende Privatpersonen und Family Offices.

Die Swiss EF wurde 2017 unter dem Patronat von Bundesrat Johann Schneider-Ammann gegründet. Seit Anfang dieses Jahres steht sie unter dem Patronat seines Nachfolgers als Wirtschaftsminister, Bundesrat Guy Parmelin. Schneider-Ammann steht ihr als Ehrenpräsident weiter vor.

Die Stiftung fördert einerseits Unternehmen in einer Wachstumsphase mit 50 Experten. Andererseits bringt sie Start-up-Unternehmer mit Vertretern aus der nationalen Politik zusammen, um für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. «Start-ups sind für das Erfolgsmodell Schweiz ein wichtiger Pfeiler», sagte Johann Schneider-Ammann. «Jungunternehmen sollten hier in der Schweiz gegründet und entwickelt werden.» Start-ups seien schon vor seiner Zeit als Bundesrat ein «Hobby» gewesen. Ein gutes Klima für Unternehmensgründungen und Unternehmenswachstum sei wichtig für die Schweiz. «Die Jobs müssen hier bleiben», sagte Schneider-Ammann.

Für Firmen mit Schweizer Hauptsitz

Jetzt legen zwei Träger der Stiftung, die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS einen eigenen Fonds auf, mit dem sie direkt oder durch Drittfonds in solche Unternehmen in der Wachstumsphase investieren können. Im Vordergrund stehen Investitionsrunden von jeweils 5 bis 15 Millionen Franken während 5 Jahren. Die Mehrheit der Investitionen soll in Firmen getätigt werden, die ihren Hauptsitz oder «einen signifikanten Anteil ihrer Wertschöpfung in der Schweiz haben», so schreiben die Initianten.

Die Zielgrösse ist, dass 50 bis 66 Prozent der Investitionen in Schweizer Firmen fliessen, daneben soll primär in Firmen aus Nachbarländern investiert werden. Die Direktinvestitionen sollen sich auf mindestens 20 Prozent der gesamten Investitionen belaufen, 65 bis 80 Prozent der Mittel werden in Drittfonds investiert. Die Fondsgelder sollen ausgewogen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien zugeteilt werden, also in Risikokapital, in Beteiligungen an schnell wachsenden Firmen sowie in kleine bis mittelgrosse Buy-outs.

Der Fonds soll so von den Aktivitäten der Stiftung profitieren, und umgekehrt erhält die Stiftung einen Teil der Fondsgebühren. Der Fonds soll eine Rendite von 10 bis 15 Prozent abwerfen.

In der Schweiz gebe es eine Finanzierungslücke für innovative Wachstumsfirmen in der Phase nach der Gründung, nämlich zwischen Start-up und etabliertem Unternehmen, findet Lukas Gähwiler, Verwaltungsratspräsident der UBS Switzerland AG und Stiftungsrat der Swiss Entrepreneurs Foundation. «Diese Lücke schliessen wir mit dem neuen Fonds.»

Mit Material des SDA

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 07.02.2019, 12:59 Uhr

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