Huawei-Finanzchefin bietet 11 Millionen als Kaution

Bei der in Kanada festgenommenen 46-jährigen Chinesin gebe es keine Fluchtgefahr, versicherten ihre Anwälte. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders.

Bieten zwei Häuser in Kanada und eine Million kanadische Dollar als Kaution: Meng Wanzhou mit ihrem Anwalt bei der Anhörung in Vancouver. (10. Dezember 2018)

Bieten zwei Häuser in Kanada und eine Million kanadische Dollar als Kaution: Meng Wanzhou mit ihrem Anwalt bei der Anhörung in Vancouver. (10. Dezember 2018) Bild: Jane Wolsak/Keystone

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Die Anwälte der in Kanada festgenommenen Finanzchefin des chinesischen Technologieriesen Huawei, Meng Wanzhou, bieten 15 Millionen kanadische Dollar (rund 11 Millionen Schweizer Franken) Kaution an. Diese Summe nannten die Verteidiger bei der Fortsetzung der Anhörung am Montag in Vancouver.

Bereits am Freitag hatte Anwalt David Martin argumentiert, es gebe keine Fluchtgefahr. Meng Wanzhou würde nicht das Risiko eingehen, mit einem solchen Schritt ihren Vater und Firmengründer oder den grossen Konzern zu blamieren, den sie mit aufgebaut habe, sagte Martin am Montag. Der Mann seiner Mandantin sei bereit, ihre beiden Häuser in Vancouver sowie zusätzlich eine Million kanadische Dollar als Sicherheit zu hinterlegen. Das Gericht traf zunächst keine Entscheidung. Es vertagte die Anhörung auf Dienstag.

Ständige Überwachung

Die Staatsanwaltschaft drang auf eine Ablehnung des Antrags. Meng habe die Mittel zur Verfügung, eine Flucht nach China zu arrangieren, das kein Auslieferungsabkommen mit den USA habe, hiess es zur Begründung. Überdies sei Meng in Besitz von sieben Pässen aus Hongkong und China, berichtete CBC.

Die Verteidigung schlug bei der Anhörung vor, Meng auf Kaution und unter ständiger Überwachung freizulassen. Der Geschäftsführer einer privaten Sicherheitsfirma sagte, sein Unternehmen könne die Technik für elektronische Überwachung, einen Fahrer und ein Sicherheitsteam stellen. Damit solle sichergestellt werden, dass Meng sich an Kautionsauflagen hält.

US-Ermittler fordern die Auslieferung Mengs. Sie werfen ihr vor, Verbindungen zu einer Firma vertuscht zu haben, die trotz Sanktionen technische Geräte an den Iran verkaufte. China forderte von Kanada die Freilassung Mengs und drohte andernfalls mit ernsthaften Konsequenzen. Welche Folgen Kanada bei einer Weigerung drohten, blieb allerdings offen.

Sorge an Finanzmärkten

China wirft den kanadischen Behörden eine Verletzung der Menschenrechte vor. Das chinesische Aussenministerium teilte mit, Ottawa habe Peking weder über Mengs Festnahme unterrichtet noch die notwendige medizinische Versorgung der 46-Jährigen gewährleistet. Das sei eine «unmenschliche Behandlung». Laut einem Bericht des kanadischen TV-Senders CBC leidet Meng an Bluthochdruck. Sie erhalte dafür in Haft jedoch Medikamente.

Die Huawei-Managerin, die zugleich stellvertretende Vorstandschefin und Tochter des Konzerngründers Ren Zhengfei ist, war am 1. Dezember auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden. Bei einer Auslieferung in die USA und einer Verurteilung drohen ihr bis zu 30 Jahre Haft wegen «Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen». Der Fall schürt an den globalen Finanzmärkten Sorgen vor einer Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen den USA und China. (chk/sda)

Erstellt: 11.12.2018, 07:04 Uhr

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