Die meisten Netzbetreiber erhöhen Strom-Tarife

Schweizer Haushalte werden 2020 etwas mehr Geld für elektrische Energie aufwenden müssen.

Ein typischer Haushalt wird nächstes Jahr rund 1 Prozent mehr für Strom bezahlen. (Archivbild) Bild: Julian Stratenschulte/Keystone

Ein typischer Haushalt wird nächstes Jahr rund 1 Prozent mehr für Strom bezahlen. (Archivbild) Bild: Julian Stratenschulte/Keystone

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Die Schweizer Strompreise werden im kommenden Jahr leicht ansteigen. Ein typischer Haushalt wird 20,7 Rappen pro Kilowattstunde (kWh) bezahlen. Das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr. Auf das Jahr gerechnet sind es rund neun Franken mehr.

Ein typischer Haushalt mit einem Verbrauch von 4500 kWh wird damit eine Jahresstromrechnung von rund 932 Franken haben. Das hat die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) am Freitag mitgeteilt. Sie hat dafür die Elektrizitätstarife der rund 650 Schweizer Netzbetreiber für das nächste Jahr zusammengetragen. Demnach erhöhen 66 Prozent der Netzbetreiber die Tarife, rund 34 Prozent reduzieren sie.

Die Tarife setzen sich zusammen aus den Netznutzungstarifen, den Energietarifen, den Abgaben an die Gemeinden und dem Netzzuschlag. Letzterer ist eine Bundesabgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien, zur Unterstützung der Wasserkraft.

Der Netzzuschlag liegt für 2020 unverändert bei 2,3 Rappen pro kWh. Die Netznutzungstarife und die Energietarife steigen um je 1 Prozent auf 9,3 Rappen respektive auf 7,9 Rappen pro kWh. Die Abgaben an die Gemeinden sinken um 0,8 Rappen respektive 11 Prozent.

Preise variieren erheblich

Die Preise variieren in der Schweiz zwischen den Netzbetreibern zum Teil erheblich. Grund dafür sind die unterschiedlichen Netzkosten aufgrund der jeweiligen Topographie des Versorgungsgebiets sowie das unterschiedliche Konsumverhalten der Endverbraucher und die unterschiedliche Effizienz der Netzbetreiber.

Auch der Produktemix und ein unterschiedlicher Anteil an Eigenproduktion liegt den Differenzen zugrunde. Netzbetreiber, die einen vorteilhaften Vertrag im Energieeinkauf ausgehandelt haben, können die Energie günstiger anbieten als Unternehmen mit einem hohen Anteil an teurer Eigenproduktion. Nicht unwesentlich sind gemäss ElCom zudem die unterschiedlichen Steuern und Abgaben an die Gemeinden.

Bei den kleinen und mittleren Unternehmen sieht die Situation ähnlich aus wie für die privaten Haushalte. Die Abgaben an die Gemeinden und die Nutzungstarife sinken für sie leicht, während die Energie- und die Totalpreise leicht ansteigen.

Die Preise sind auf strompreis.elcom.admin.ch abruf- und vergleichbar.

(oli/sda)

Erstellt: 06.09.2019, 17:35 Uhr

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