Börse geht gegen Firma von Patrick Liotard-Vogt vor

Gegen das Reichennetzwerk Asmallworld von Patrick Liotard-Vogt wird ermittelt. Nicht das erste Mal.

Seine Firma muss eine Untersuchung der Börsenbetreiberin SIX über sich ergehen lassen: Nestlé-Erbe Patrick Liotard-Vogt.

Seine Firma muss eine Untersuchung der Börsenbetreiberin SIX über sich ergehen lassen: Nestlé-Erbe Patrick Liotard-Vogt. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Eine kleine Welt ist das soziale Netzwerk der Reichen Asmallworld. Rund 47'800 Mitglieder sollen sich darauf tummeln, und das Unternehmen dahinter macht rund 8,8 Millionen Franken Umsatz. Trotzdem ist die Firma an der Börse gelistet. Die Börsenbetreiberin SIX hat nun eine Untersuchung eingeleitet.

Im Zentrum steht eine mögliche Verletzung der Vorschriften zur Offenlegung von Managementtransaktionen. Es bestehe der Verdacht, dass die Firma nicht gegen meldepflichtige Personen vorgegangen sei, die Pflichtverletzungen begangen hätten, schreibt die Börsenbetreiberin SIX in einer Mitteilung.

Es bestehe auch der Verdacht, dass die Firma nicht alle Vorkehrungen getroffen habe, um eine Verletzung der Bestimmungen betreffend die Offenlegung von Managementtransaktionen zu verhindern.

Asmallworld-CEO Jan Luescher sagt auf Anfrage, dass man mit der SIX zusammenarbeite. Die SIX bemängle, dass vereinzelte Meldungen vom Management im Jahr 2018 ein bis zwei Tage verspätet an das Unternehmen rapportiert wurden, so Luescher.

«Wir haben auf unserer Seite bereits vor Monaten Abmahnungen vorgenommen und unsere Prozesse diesbezüglich verstärkt, so dass solche Zuwiderhandlungen gegen unser Reglement in Zukunft nicht mehr vorkommen», sagt Luescher.

Die Firma gehört zu einem grossen Teil Patrick Liotard-Vogt, der auch als Verwaltungsratspräsident amtet. Liotard-Vogt ist der Nachkomme eines früheren Nestlé-Chefs. Im Zentrum steht ein soziales Netzwerk, das illustren Gästen vorbehalten ist.

Aktie im freien Fall

Die Aktie ist erst seit vergangenem Frühling an der Börse gelistet. Und ist nicht das erste Mal im Fokus von Untersuchungsbehörden. In Frankfurt, wo die Aktien ebenfalls gehandelt werden, ging die deutsche Börsenaufsicht Bafin im vergangenen Jahr gegen das Unternehmen vor. Dabei ging es um mögliche Marktmanipulationen. Der Handel der Aktien wurde eine Zeit lang ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt nahm daraufhin Ermittlungen auf. Diese dauern noch an, heisst es bei der zuständigen Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Ein Verfahrensabschluss sei derzeit nicht absehbar.

Die Firma sagte damals, dass man nichts mit Manipulation zu tun habe. Und verwies darauf, dass die Website Aktiencheck.de die Aktie über einen langen Zeitraum zum Kauf empfohlen habe.

Die Aktien sind nach anfänglichem Kurzhoch regelrecht eingebrochen. Gestern lag der Schlusskurs noch bei 2.62 Franken. Zudem wird die Aktie kaum noch gehandelt.

Erstellt: 13.06.2019, 09:43 Uhr

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