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Schweizer Textilindustrie mit Innovation gegen Frankenstärke

Die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie blickt auf ein stabiles Geschäftsjahr 2014 zurück. Den Herausforderungen im Zuge des "Frankenschocks" will die Branche mit neuen Innovationen begegnen.

In einer Glarner Textildruckerei (Archiv)
In einer Glarner Textildruckerei (Archiv)
Keystone

Insgesamt erwirtschafteten die Schweizer Textilfirmen im vergangenen Jahr eine Wertschöpfung von 958 Mio. Franken. Bei den Textilien nahmen sowohl die Exporte wie auch die Importe zu. Wie der Branchenverband Swiss Textiles am Dienstag mitteilte, legten die Textilausfuhren gegenüber 2013 um 4,6 Prozent zu. Bei den Bekleidungsausfuhren ergab sich ein Minus von 1,3 Prozent, womit der Rückgang gegenüber dem Vorjahr verringert werden konnte. Insgesamt machten die Exporte im letzten Jahr 2,8 Mrd. Franken aus. Bei den Einfuhren verzeichnet die Branche sowohl bei den Textilien wie auch bei den Bekleidungen positive Wachstumsraten, womit die gesamten Importe bei 7,8 Mrd. Franken liegen. Mit einem Anteil von 48,1 Prozent ist Asien erstmals der grösste Bekleidungslieferant der Schweiz. "Frankenschock" trifft Branche hart Die soliden Zahlen im vergangenen Jahr sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Die Textilindustrie in der Schweiz ist stark auf Exporte ausgerichtet, weshalb sie die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro hart trifft. 80 Prozent der Produkte der Mitglieder von Swiss Textiles werden ausgeführt. Und mit einem Anteil von gut 72 Prozent ist die EU nach wie vor der wichtigste Abnehmer für die Branche. Wie der Präsident von Swiss Textiles, Andreas Sallmann, laut Unterlagen an der Jahresmedienkonferenz erklärte, beobachtet der Verband im ersten Quartal dieses Jahres bereits einen Exportrückgang. Auch liege die Kapazitätsauslastung am Ende des ersten Quartals deutlich unter dem Stand von Anfang Jahr. Nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) haben laut Sallmann die ohnehin schon schwachen Margen in der Textilbranche weiter gelitten. Zudem hätten Kunden im In- und Ausland innert kürzester Zeit massiven Druck auf die Schweizer Produzenten ausgeübt. Rabatte von 20 Prozent und sogar sogenannte Wertberichtigungen an Lagerbeständen der Kunden seien gefordert worden, sagte Sallmann. Innovation als Antwort Kurzfristig gehe es für die Schweizer Textilfirmen nun darum, Kosten zu sparen, indem Prozesse und Budgetposten überprüft und optimiert würden, führte Sallmann aus. Grosse Hoffnungen setzt der Verband auch in den Bereich der technischen Textilien, wo textile Erzeugnisse für andere Industrien gefertigt werden. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Publikation des Verbands weist der weltweite Markt der technischen Textilien jährliche Wachstumsraten von 5 Prozent auf. Der Umsatz beläuft sich den Schätzungen zufolge auf 150 Mrd. Dollar. Gemäss der Publikation wird der Markt weiter wachsen. Die Schweizer Textilindustrie könne sich dank ihrer hohen Innovationskraft im Bereich der technischen Textilien an der Spitze positionieren, heisst es. Um dies zu erreichen, setzt der Verband insbesondere auf die Vernetzung seiner Mitgliedsfirmen mit anderen Branchen und Forschungsinstitutionen. So wurde jüngst gemeinsam mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) eine Forschungsinitiative lanciert, um die Umsetzung von textilen Forschungsinnovationen in die Praxis zu fördern.

SDA

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