Detailhandel

Schnäppchenjagd bei OVS ist in vollem Gang

Für 47 der rund 140 OVS-Läden in der Schweiz ist bis Ende Woche Schluss. Der Ausverkauf läuft gut — auch wegen des starken Preisabschlags, den der italienische Modehändler auf seine Ware gewährt.

Die letzten Tage sind gezählt. Nach einem Jahr unter OVS-Führung schliessen die früheren Ladengeschäfte von Charles Vögele ihre Pforten für immer.

Die letzten Tage sind gezählt. Nach einem Jahr unter OVS-Führung schliessen die früheren Ladengeschäfte von Charles Vögele ihre Pforten für immer. Bild: Keystone

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Der notleidende Kleiderhändler OVS befindet sich in der Schweiz seit einigen Wochen in provisorischer Nachlassstundung. Seither haben in der Region bereits zwei Läden dichtgemacht, in Jona und Pfäffikon SZ. In Uznach — im Linth-Park — und in Adliswil finden derzeit noch Liquidationsverkäufe statt.Nach Angaben eines Sprechers von Sempione Fashion, der Betreibergesellschaft von OVS in der Schweiz, dauern die Verkäufe so lange, «wie es Ware in den Läden hat». Bis dahin bleiben die Filialen in Liquidation offen, «ausser der Vermieter will den Laden schon jetzt zurück, weil er andere Pläne damit hat». Dann komme es zu einer sogenannten Auflösungsvereinbarung. Ansonsten werde der Ausverkauf solange fortgeführt, wie es sich eben lohne, «sprich, die Einnahmen grösser sind als die mit dem Offenhalten des Ladens verbundenen Kosten».

Eher wortkarg geben sich die Besitzer von Liegenschaften mit OVS-Läden in der Region. Allerdings sind alle auf der Suche nach einem Nachmieter und guten Mutes, einen solchen auch innert nützlicher Frist zu finden.

«Unhaltbare Zustände»

Der Ausverkauf läuft laut dem Sempione-Sprecher «überraschend gut». Der Discount, den die OVS-Kleiderläden in der Schweiz gewähren, sei mit 70 Prozent massiv — und das bei einem Preisniveau, das ohnehin nicht sehr hoch sei bei OVS: «Tiefer runter geht es nicht mehr».

Ein Kränzchen windet der Sprecher den Mitarbeitenden von OVS, die sich trotz widriger Umstände — Kündigungen für alle 1200 Mitarbeitende, viele Leute und oft Chaos im Laden — loyal zum Unternehmen verhielten. Die Gewerkschaft Unia schrieb allerdings diese Woche von «unhaltbaren Zuständen», unter denen die Mitarbeitenden arbeiten müssten: Unterbesetzung, fehlendes Material, abgeschaltete Klimaanlage, mangelnde Planung und unklare Anweisungen gehörten zum Alltag.

Bis Ende dieser Woche werden von den insgesamt 140 OVS-Verkaufsfilialen in der Schweiz 47 ihre Pforten geschlossen haben. Auf dem Tisch des Sachwalters liegen gemäss Sempione-Sprecher diverse Angebote für Ladenübernahmen: «Es gibt Interessenten, aber entschieden ist noch nichts». Bis Ende Juli werde man aber auch hier eine bessere Übersicht haben, «was effektiv mit den einzelnen Läden passiert». (ths)

Erstellt: 28.06.2018, 16:02 Uhr

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