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Nach Putins Unterschrift: Regierung kauft grösste Bank Russlands

Wladimir Putin hat am Mittwoch ein Gesetz zum Erwerb der Aktienmehrheit der Sberbank unterzeichnet. Der Kauf kostete den Kreml knapp 30 Milliarden Euro.

Der russische Präsident Wladimir Putin und Sberbank-Chef Herman Gref während eines Treffens in Moskau. Foto: Reuters
Der russische Präsident Wladimir Putin und Sberbank-Chef Herman Gref während eines Treffens in Moskau. Foto: Reuters

Die russische Regierung hat die Sberbank als höchst profitable und grösste Bank des Landes gekauft. Sie nimmt damit mehr Einfluss auf das Institut und kann die Finanzströme im grössten Land der Erde einfacher kontrollieren. Dem Kreml zufolge unterzeichnete Präsident Wladimir Putin am Mittwoch ein Gesetz zum Erwerb der Aktien. Das Finanzministerium hält demnach künftig mit 52,3 Prozent der Stammaktien eine Mehrheit an dem Geldinstitut.

Bislang war die älteste Bank Russlands im Besitz der für die Bankenaufsicht zuständigen Zentralbank. Dieser Interessenkonflikt werde nun beseitigt, heisst es in Medienberichten. Zudem kann die Regierung in den nächsten Jahren mit zusätzlichen Einnahmen rechnen: Aktien der Sberbank werfen in aller Regel hohe Dividenden ab.

Kauf soll rund 28,7 Milliarden Euro kosten

Mehr als 90 Millionen Russen haben ein Konto bei der Sberbank. Wichtige Transaktionen wie das Überweisen von Steuern und Abrechnen von Dienstleistungen werden über diese Bank abgewickelt. Für das Finanzministerium ist sie deshalb besonders interessant.

Der Kauf werde rund 2,5 Billionen Rubel (28,7 Milliarden Euro) kosten, hatte Finanzminister Anton Siluanow bei der Vorstellung der Pläne vor einem Monat gesagt. Ein Teil dieser Ausgaben wird am Ende wieder im Haushalt der Regierung landen: Die Notenbank ist verpflichtet, ihren Gewinn anteilig an die Staatskasse abzuführen. Diese Mittel sollten dann für die von Putin geplanten höheren Sozialausgaben verwendet werden, sagte Siluanow. Der Kremlchef hatte etwa mehr Hilfe für einkommensschwache Familien versprochen.

Den Kauf der Sberbank will die Regierung mit Mitteln aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds finanzieren, der eigentlich dafür gedacht ist, um zum Beispiel marode Strassen zu finanzieren.

SDA/step

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