Stäfa

Neuer Hoffnungsträger für Sonova

Der Hörgerätehersteller Sonova hat im ersten Halbjahr 2018/19 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert, allerdings nur verhalten. Die Stäfner Industriegruppe ist aber davon überzeugt, mit der neuen Geräteplattform Marvel das Geschäft im zweiten Halbjahr neu beleben zu können.

Der Hörsystem-Hersteller Sonova hat im ersten Halbjahr 2018/19 sowohl Umsatz und Gewinn gesteigert. Allerdings konnten die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht werden.

Der Hörsystem-Hersteller Sonova hat im ersten Halbjahr 2018/19 sowohl Umsatz und Gewinn gesteigert. Allerdings konnten die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht werden. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der globale Hörgerätemarkt ist im Umbruch. Ein Branchenfremder fordert die Platzhirsche heraus: Der US-Kopfhörer-Spezialist Bose plant seinen Markteintritt für 2020 und heizt den Konkurrenzkampf unter den führenden Anbietern wie Sonova, William Demant, GN Store North und der erst kürzlich fusionierten Sivantos (aus Sivantos und Widex) an. Das Bose-Hörgerät kann vom Käufer via App und Smartphone selbst ans eigene Gehör angepasst werden. Der Gang zum Audiologen oder Hörgeräte-Akustiker entfällt.

Geschäft in USA restrukturiert

Sonova schlägt den umgekehrten Weg ein und hat in den letzten Jahren Audiologie-Ketten eingekauft, zuletzt die holländische Audionova, um die ganze Wertschöpfungskette abzudecken. Dabei steht nicht nur die professionelle Anpassung des Hörgeräts an die Bedürfnisse des Kunden im Vordergrund. Auch das Servicegeschäft wird immer wichtiger, wie Sonova-Konzernchef Arnd Kaldowski am Dienstag bei der Präsentation der Halbjahres-Ergebnisse am Hauptsitz in Stäfa sagte. Einen Einstieg ins «over-the-counter»-Geschäft, in die Kategorie der selbst-anpassbaren Hörgeräte, behält sich Sonova vor: «Technologisch könnten wir das». Sein Unternehmen sei aber von deren Leistung noch nicht überzeugt, «ob das Hörgerät bestmöglich, also für alle Hörsituationen, optimiert ist». Vorerst bleibt Sonova in Hab-Acht-Stellung. Es gelte auch abzuwarten, wie attraktiv, sprich dynamisch, der Markt sich entwickelt, sagte Kaldowski.

Zwar ist Sonova gemessen am Umsatz und der Sortimentsbreite nach wie vor der weltweite Marktführer. Die Industriegruppe hat aber jüngst in den USA einigen Gegenwind verspürt und einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Das Detailhandelsgeschäft wurde hier von 300 auf 200 Filialen reduziert. Der Umbau im weltweit mit Abstand grössten US-Markt, wo Sonova fast 30 Prozent seines Umsatzes erzielt, hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 (per Ende September) Bremsspuren hinterlassen. Während der Umsatz, besonders der aus eigener Kraft, mit einem Wachstum von 4 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken die Erwartungen erfüllte, blieb die Profitabilität etwas unter den Erwartungen der Analysten. Immerhin stiegen das Betriebsergebnis und der Gewinn überproportional zum Umsatz. Zudem hält das Unternehmen am Ausblick für das Gesamtjahr fest. Kaldowski bezeichnete das erste Halbjahr als solide und im Rahmen der eigenen Erwartungen.

Frische Wachstumsimpulse

Sonova befindet sich derzeit am Ende eines Produktelebenszyklusses – der jeweils zwei Jahre beträgt – und hat eben den Startschuss für die Markteinführung seiner neuen Hörgeräteplattform Marvel gegeben. Sie soll Sonova die erhofften frischen Wachstumsimpulse liefern und helfen, die im ersten Halbjahr unter Druck geratenen Preise wieder zu steigern. Die Produkteoffensive läuft in diesen Tagen an.

Mit der neuen Plattform wird eine direkte Übertragung von Musik, Telefonaten oder Video-Inhalten via Bluetooth auf beide Hörgeräte eines Nutzers möglich. Die Kunden hören die Geräusche mit beiden Ohren, statt wie bisher nur mit einem. Dabei helfen Sonova auch die «positiven demographischen Werte», mit einer alternden Gesellschaft, in der die Baby-Boomer-Generation langsam ins Rentenalter kommt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.11.2018, 15:59 Uhr

Erstes Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 in Zahlen

Der Hörgerätehersteller Sonova hat im ersten Halbjahr 2018/19 (per 30. September) Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Umsatz legte gegenüber der Vorjahresperiode um 4% auf 1,3 Milliarden Franken zu. In Lokalwährungen betrug das Wachstum 2,1%, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Während der Anstieg im klassischen Hörgeräte-Segment im Vorfeld der Produktlancierung von Phonak Marvel erwartungsgemäss moderat ausgefallen sei, habe eine gute Entwicklung bei den Umsätzen mit neuen Systemen im Hörimplantate-Segment immerhin zu starkem Wachstum geführt, hiess es.

Der Betriebsgewinn (Ebita) wuchs im Berichtszeitraum um 7,6% auf 251,3 Millionen Franken, die entsprechende Marge erreichte einen Wert von 19,3%. Im Vorjahr hatte die Stäfner Industriegruppe hier einen Wert von 18,6% erzielt. Unter dem Strich blieb ein um 6,5% höherer Reingewinn von 193,4 Millionen Franken. Beim Ausblick aufs gesamte Geschäftsjahr geht Sonova nach wie vor von einem organischen Umsatzwachstum von 3 bis 5% aus, beziehungsweise einem Nettowachstum von 2 bis 4% nach Verkäufen von Unternehmensteilen und Restrukturierungen. Beim Betriebsgewinn (Ebita) peilt Sonova unverändert eine Steigerung von 6 bis 9% jeweils in Lokalwährungen an.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben