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Milliardär kauft «Time»

Mit dem traditionsreichen US-Magazin gehört künftig ein weiterer Name aus der Medienwelt einem Tech-Milliardär.

Die grossen Namen der Zeitgeschichte zieren oft das Cover des einst einflussreichen Magazins: Eingerahmte «Time»-Titelseite an einer Messe.
Die grossen Namen der Zeitgeschichte zieren oft das Cover des einst einflussreichen Magazins: Eingerahmte «Time»-Titelseite an einer Messe.
Mike Nelson, Keystone

Der Software-Unternehmer Marc Benioff und seine Ehefrau Lynne kaufen das Magazin «Time». Der Kaufpreis liegt bei 190 Millionen Dollar in bar. Benioff ist Gründer und Chef der Firma Salesforce, die auf Firmensoftware aus der Internet-Cloud spezialisiert ist und unter anderem mit dem deutschen SAP-Konzern konkurriert. «Time» kaufen die Benioffs aber als Privatleute. Das Paar werde nicht in den redaktionellen Alltag eingreifen, erklärte der bisherige Eigentümer, der Medienkonzern Meredith, in der Nacht zum Montag.

Auf ähnliche Weise hatte vor rund fünf Jahren Amazon-Gründer Jeff Bezos die «Washington Post» gekauft. Er zahlte 250 Millionen Dollar - und es ist nicht bekannt, wie viel Geld er seitdem noch in Betrieb und Modernisierung des Blatts investierte. Die kritische Haltung der «Washington Post» gegenüber US-Präsident Donald Trump handelte Bezos - und auch Amazon- wiederholte Attacken aus dem Weissen Haus ein.

Preisvorstellungen weit auseinander

«Time» war - ähnlich wie seinerzeit die «Washington Post» - hart vom Rückgang der Print-Werbeeinnahmen getroffen worden. Meredith hatte das Magazin erst im Januar gekauft, will sich jetzt aber von mehreren bekannten Titeln trennen, um in den kommenden zwei Jahren die Kosten um bis zu 500 Millionen Dollar zu senken. Zum Verkauf stehen auch «Fortune», «Money» und «Sports Illustrated».

US-Medienberichten zufolge gingen die Preisvorstellungen von Meredith aber mit denen potenzieller Käufer bisher stark auseinander. Der Konzern gibt unter anderem auch das Magazin «People» heraus.

«Person des Jahres»

«Time» zählte über Jahrzehnte zu den bekanntesten und einflussreichsten US-Publikationen. In den vergangenen Jahren versuchte «Time» angesichts sinkender Auflagen und Print-Werbeerlöse, stärker online Fuss zu fassen.

Die Wahl zur «Person des Jahres» etwa fand stets auch international viel Beachtung. Dabei wird diejenige Person oder Gruppe von Leuten bestimmt, die den grössten Einfluss auf die Ereignisse des Jahres hatte – im guten oder schlechten Sinne. So holten neben Politikern, Wirtschaftspionieren und Menschenrechtsaktivisten auch schon Diktatoren den Titel. Wir stellen die überraschendsten und kontroversesten Gewinner vor.

(SDA)

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