Rapperswil-Jona

Hostpoint setzt auf Schweizer Markt

Bei der IT-Firma Hostpoint hat sich mit dem Bezug neuer Lokalitäten nach aussen viel verändert. Nach innen will das Unternehmen aber möglichst wenig umgestalten. Einzig die Wachstumsstrategie hat einige Anpassungen erfahren.

Für die beiden Eigentümer von Hostpoint, Claudius Röllin (links) und Markus Gebert, bringt der Schritt ins Herz von Rapperswil nur Vorteile.

Für die beiden Eigentümer von Hostpoint, Claudius Röllin (links) und Markus Gebert, bringt der Schritt ins Herz von Rapperswil nur Vorteile. Bild: Manuela Matt

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Der Umzug des grössten Schweizer Webhosting-Anbieters Hostpoint von Jona nach Rapperswil ist abgeschlossen. Auf dem Areal der Industriegruppe Wicor belegt die 2001 gegründete IT-Firma nach einem aufwendigen Umbau auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern ein ganzes Stockwerk für sich. Für die neuen Büros wurde die zweite Etage des Fabrikgebäudes komplett ausgehöhlt.

Zuletzt hatte die ehemalige Wicor-Tochter Weidplas von hier aus ihre Geschäfte geführt, bevor sie vor knapp zwei Jahren ihren Sitz nach Küsnacht verlegte. Für Hostpoint ist der Wechsel von der Peripherie ins Stadtzentrum im Dezember mit einem langfristigen Bekenntnis zum Standort Rapperswil-Jona verbunden. Die Mietverträge sind mit einer Laufzeit von zehn Jahren versehen.

In Zürich einer von vielen

Für Hostpoint, die für ihre Kunden Dienstleistungen rund um den Webauftritt und Domains erbringt, bieten die neuen Räumlichkeiten nahe beim Bahnhof die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten. CEO Markus Gebert kommt ins Schwärmen, wenn es um die Vorzüge des neuen Standorts geht: «Alles ist von hier aus näher und besser erreichbar, und Rapperswil ist zum Leben und zum Arbeiten äusserst attraktiv.»

Gerade in einer so zukunftsträchtigen Branche wie der Informationstechnik sei es wichtig, konkurrenzfähig zu bleiben. Ganz besonders gelte das für das rare Gut IT-Fachkraft, insbesondere auf dem Gebiet der Software-Entwickler und des System-Engineerings. «Wir wollen unseren Mitarbeitenden einen attraktiven Arbeitsplatz bieten», erklärt Gebert einen der zentralen Beweggründe für den Domizilwechsel. Die beiden Gründer und Besitzer von Hostpoint, Markus Gebert (35) und Claudius Röllin (37), haben ihre Wurzeln in Rapperswil-Jona und sind hier aufgewachsen. Ein Wegzug aus der Region hätte nach Angaben von Gebert dazu geführt, «dass wir möglicherweise viele Mitarbeitende verloren hätten». So kam ein Neustart in Zürich nicht infrage, obwohl die Chance dazu bestanden hätte: «Durch unseren Verbleib in Rapperswil-Jona können wir uns von Firmen, die in Zürich tätig sind, abheben.» In Zürich wäre Hostpoint nur «einer von vielen». Claudius Röllin weist auf einen weiteren Grund hin, der für Rapperswil-Jona spricht: «In Zürich sind zwar viele Fachkräfte daheim, aber es gibt auch entsprechend viele Firmen, die um diese Leute buhlen.» Zudem sind am oberen Zürichsee die Mietkosten tiefer.

Standortfaktor Hochschule

Unabhängig davon bleibt der Fachkräftemangel für Hostpoint ein Thema. Das Unternehmen ist personell zwar gut aufgestellt, wie Gebert sagt, «aber wir müssen uns schon sehr Mühe geben und in eine optimale Arbeitsumgebung investieren, um potenziellen Bewerbern unser Angebot schmackhaft zu machen». Dabei spielt die Nähe zur HSR Hochschule für Technik Rapperswil eine wichtige Rolle. Denn diese bildet die begehrten Informatiker aus. Trotz neuer Umgebung hat sich an der Strategie von Hostpoint aber nichts geändert. Sein Glück sieht das Unternehmen weiterhin exklusiv im Heimmarkt Schweiz. Das Wachstum soll wie bis anhin vor allem aus eigener Kraft bewältigt werden. Ganz ausschliessen will Gebert aber in Zukunft den einen oder anderen kleinen Zukauf nicht. Der Markt wird ohnehin ständig sondiert: «Das Ganze ist aber eine Frage von Gelegenheiten.»

Das angestammte Kerngeschäft Webhosting wird das Hauptstandbein von Hostpoint bleiben. In Anbetracht des umkämpften Markts und vorausblickend hat Hostpoint jedoch in den letzten Jahren weitere Standbeine aufgebaut, namentlich im Domaingeschäft, also mit dem Verkauf von Domainnamen für Webadressen. Dadurch hat Hostpoint ein breiteres Publikum erreicht und neue Kunden gewonnen. Am Status als Branchenprimus in der Schweiz im Hostingbereich dürfte sich somit so schnell nichts ändern.

Den Rekordumsatz von 18 Millionen Franken im vergangenen Jahr – 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr – erzielte Hostpoint noch vom alten Ort an der Dionysstrasse in Jona aus. Gewinnzahlen gibt das Unternehmen zwar keine bekannt, aber es kann davon ausgegangen werden, dass Hostpoint jedes Jahr sehr gutes Geld verdient. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.04.2018, 14:52 Uhr

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