Rapperswil-Jona

Sanitec drückt auf Geberit-Gewinn

Der Sanitärtechniker Geberit hat im Geschäftsjahr 2017 den Umsatz gesteigert, aber weniger Gewinn erzielt. Hauptgrund dafür sind die Kosten im Zusammenhang mit der Integration von Sanitec.

Geberit hat 2017 einen Gewinnrückgang erlitten.

Geberit hat 2017 einen Gewinnrückgang erlitten. Bild: Keystone

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Als Geberit Mitte Januar seine Umsatzzahlen für 2017 vorlegte, schoss der Kurs der Aktie kräftig nach oben. Allen Unkenrufen zum Trotz hatte das Umsatzwachstum beim Joner Sanitärtechnikkonzern im vierten Jahresquartal eine Beschleunigung erfahren.

Mit den am Dienstag veröffentlichten Ergebniszahlen vermag Geberit nun auch beim operativen Gewinn (Ebitda) und beim Reingewinn zu überzeugen — mindestens bei der Analystengemeinde. Auch an der Schweizer Börse wurde der Zahlenkranz von Geberit gestern im frühen Handel positiv aufgenommen. Die Aktie legte am Vormittag zu, am Nachmittag fiel sie ins Minus. Dabei liegen die Zahlen — trotz weniger Gewinn — über den Prognosen des Marktes.

Positives Marktumfeld

Der Gewinnausweis bei Europas führendem Anbieter von Sanitärprodukten wurde im vergangenen Jahr vor allem wegen der Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme des finnischen Keramikherstellers Sanitec belastet. Dazu gehörte unter anderem die Schliessung zweier Keramikwerke in Frankreich, die mit 45 Millionen Franken zu Buche schlug. Das führte zu einem Gewinnrückgang sowohl auf Stufe Ebitda als auch beim Reingewinn. Unter Berücksichtigung der adjustierten, also bereinigten Werte, ergibt sich für Geberit ein deutlich aufgehelltes Gesamtbild mit höheren Gewinnziffern. Entsprechend wird auch die Dividende angehoben.

Für Konzernchef Christian Buhl war das Geschäftsjahr 2017 vorab geprägt durch ein grundsätzlich positives Marktumfeld in der Bauindustrie sowie das Erreichen der wichtigsten Meilensteine bei der Integration des Keramikgeschäfts Sanitec. Insgesamt bezeichnete Buhl am Dienstag in Zürich die erreichten Resultate für 2017 als gut. Die Hauptaktivitäten der Sanitec-Integration hätten erfolgreich abgeschlossen und die Synergien über 45 Millionen Franken früher als erwartet komplett realisiert werden können. Seit dem Zukauf vor drei Jahren hat Geberit total 45 Millionen Franken für die Integration von Sanitec aufgewendet.

Rekordhohe Investitionen

Ein Rekordjahr war 2017 für Geberit hinsichtlich der getätigten Investitionen. Diese lagen bei knapp 160 Millionen Franken, die zur Mehrheit in Kapazitätserweiterungen flossen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) stiegen im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 78 Millionen. Seit fünf Jahren sind die Ausgaben im Bereich F&E bei Geberit kontinuierlich gestiegen, was laut Buhl «im letzten Jahr zu 32 neuen Patentanmeldungen führte» — ein neuer Rekordwert in der Firmengeschichte.

Von den 11 700 Mitarbeitenden bei Geberit — rund 100 mehr als Ende 2016 — sind vier Prozent in F&E tätig, 62 Prozent in der Produktion. Der Personalaufwand stieg letztes Jahr um 6,4 Prozent — getrieben von Volumenwachstum und Tariferhöhungen. Im mit Abstand grössten Geberit-Einzelmarkt Deutschland wird das Wachstumspotential nach Angaben von Buhl trotz gesunder Nachfragesituation wegen der arg limitierten Kapazitäten von Installateuren eingeschränkt bleiben. (zsz.ch)

Erstellt: 13.03.2018, 15:48 Uhr

Geberit

Geschäftsjahr 2017 in Zahlen

Der Umsatz von Geberit hat im Geschäftsjahr 2017 — wie bereits im Januar verkündet — um 3,5% auf 2,91 Milliarden Franken zugelegt. Laut Mitteilung vom Dienstag setzte sich das Gesamtwachstum beim Joner Sanitärtechniker aus organischem Wachstum in lokalen Währungen von 3,5%, einem Fremdwährungseffekt von plus 1,2% sowie einem Desinvestitionseffekt von minus 1,2% zusammen. Organisch und währungsbereinigt legte die grösste Region Europa um 2,9% zu. Zweistellig wuchsen bei Geberit die Regionen Nahost/Afrika (+16,8%) und Fernost/Pazifik (+13,3%). Amerika stieg um 3,6%.

Wie schon in den Vorjahren wurden die Ergebnisse der Geberit Gruppe im Jahr 2017 von Einmalkosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Akquisition und -Integration beeinflusst. Auf den höchsten Gewinn der letzten zehn Jahre im Vorjahr folgte 2017 ein Rückgang. Der Reingewinn schrumpfte um 3,8% auf 527,4 Millionen Franken. Um die Sondereffekte bereinigt, stieg das Nettoergebnis um 3,5 Prozent auf 604,2 Millionen. Das ebenfalls um Einmalkosten bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich im vergangenen Jahr um 2,9% auf 706,1 Millionen Franken. Das adjustierte Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda legte um 3,2% auf 820,7 Millionen zu. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet das Unternehmen ein anhaltend positives Umfeld, macht aber keine konkrete Prognosen.
Der Generalversammlung vom 4. April schlägt der Verwaltungsrat eine gegenüber dem Vorjahr um 4% auf 10,40 Franken erhöhte Dividende vor. (ths)

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