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Entsorgung radioaktiver Abfälle kostet mehr als angenommen

Die Entsorgung von radioaktiven Abfällen aus Medizin, Industrie und Forschung ist teurer als bisher angenommen. Bis 2060 müssen für die Entsorgung 857 Millionen Franken eingesetzt werden.

Die letzte Kostenschätzung des Bundes stammt aus dem Jahr 2000. Damals gingen die Behörden davon aus, dass sich die Kosten in den nächsten 40 Jahre auf 300 bis 360 Millionen Franken summieren würden. Im Vordergrund stand das inzwischen abgelehnte Lagerprojekt im Wellenberg (NW). Man habe mit einer relativ raschen Realisierung eines Tiefenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gerechnet, teilte das Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch mit. Nun ist klar, dass die geologische Lagerung und die Entsorgung der Abfälle teurer wird als damals angenommen. Auch das langwierige Verfahren zur Auswahl der Standorte sowie die hohen Sicherheitsanforderungen treiben die Kosten in die Höhe. Die gesamten Ausgaben dürften sich auf rund 1,4 Milliarden Franken belaufen. Geschätzte 374 Millionen kostet die Zwischenlagerung, 235 Millionen Franken müssen für Rückbau und Stilllegung der Anlagen am Paul Scherrer Institut eingesetzt werden, 744 Millionen für die Tiefenlagerung. Ein Teil davon wird über Gebühren finanziert, ein weiterer Teil fällt erst nach 2060 an. Der bis dahin effektiv zu finanzierende Betrag von 857 Millionen Franken wird hälftig auf Bund und ETH aufgeteilt. Der Bund deckt seinen Anteil aus dem laufenden Budget, der ETH-Bereich muss seinen Anteil jedoch erhöhen. Der Bundesrat hat die Kostenschätzung einer dafür eingesetzten Arbeitsgruppe am Mittwoch zur Kenntnis genommen. Er hat die zuständigen Departemente beauftragt, bis Ende 2018 eine neue Kostenschätzung zu unterbreiten.

SDA

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