Rapperswil-Jona

Bauboom füllt Geberit die Kassen

Die robuste Baukonjunktur in weiten Teilen Europas hat Geberit im ersten Halbjahr zu einem Wachstum im zweistelligen Bereich verholfen – sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Zudem profitierte die Sanitärtechnik-Gruppe vom Wegfall eines Sondereffekts.

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im ersten Halbjahr 2018 ein solides Ergebnis erzielt. Der Umsatz legte im Rahmen der eigenen Zielsetzung zu, allerdings büsste das Unternehmen im zweiten Quartal etwas an Tempo ein.

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im ersten Halbjahr 2018 ein solides Ergebnis erzielt. Der Umsatz legte im Rahmen der eigenen Zielsetzung zu, allerdings büsste das Unternehmen im zweiten Quartal etwas an Tempo ein. Bild: Keystone

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Im März war den Geberit-Ver­ant­wortlichen der Schritt an die Öffentlichkeit noch deutlich schwerer gefallen: Das Unternehmen musste für 2017 einen Gewinnrückgang hinnehmen – ein für Europas Marktführer für Sa­ni­tärprodukte ungewohnter Vorgang. Verantwortlich dafür waren Einmalkosten für die Schliessung zweier Keramikwerke in Frankreich im Umfang von 45 Millionen Franken.

Das Ereignis hatte wegen einer Protestkundgebung der Belegschaft mit anschliessender Petitionsübergabe am Geberit-Hauptsitz in Rapperswil-Jona auch am Zürichsee hohe Wellen geschlagen. Zudem ist die Integration des im Februar 2015 übernommenen finnischen Keramikherstellers Sanitec weitgehend abgeschlossen. Für 2018 fallen letzte Kosten für Amorti­sa­tionen und Abschreibungen auf Ebene des operativen Gewinns (Ebit) von 36 Millionen Franken an.

Positive Währungseffekte

Von dieser günstigen Konstellation profitiert hat im ersten Halbjahr in erster Linie der Reingewinn von Geberit, der sich markant um über einen Drittel auf 347 Millionen Franken erhöhte. In diesem Betrag sind Einmalkosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Akquisition in der Höhe von 15 Millionen enthalten. Insgesamt legten die Verkäufe in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 1,63 Milliarden zu. Bereinigt um die Währungs- und Akquisitionseinflüsse ergibt sich ein orga­nisches Plus von 4,3 Prozent, wie Geberit-Konzernchef Christian Buhl am Dienstag an einer Telefonkonferenz ausführte.

Der bereits im ersten Quartal angedeutete Aufwärtstrend bei Geberit hat sich damit im zweiten Quartal fortgesetzt, wenn auch in etwas abgeschwächter Form. Statt 4,7 Prozent betrug das Umsatzplus noch 3,9 Prozent. Dabei profitierte die Industriegruppe von positiven Währungseffekten. Aber nicht nur: Das Umfeld in der Bauindustrie sei positiv gewesen, sagte Buhl, wenn auch uneinheitlich in den verschiedenen Ländern. Zum Umsatzwachstum beige­tragen habe darüber hin­aus die «erfolgreiche Marktbearbeitung». Von den drei Geschäfts­feldern Installations- und Spülsysteme, Rohrleitungssysteme und Badezimmersysteme wuchsen Letztere am schwächsten.

Höhere Rohstoffpreise

In der mit einem Umsatzanteil von gegen 90 Prozent mit Abstand wichtigsten Absatzregion Europa stiegen die Verkäufe im ersten Semester um 3,7 Prozent. Gut lief es dabei vor allem in Zen­tral- und Osteuropa, auf der Iberi­schen Halbinsel, in Italien sowie der Schweiz, während Deutschland, Österreich und Frankreich etwas bescheidener zulegten. Im grössten Einzelmarkt Deutschland präsentiert sich die Ausgangslage aufgrund der seit geraumer Zeit limitierten Kapazitäten von Installateuren unverändert: Die Nachfrage sei weiterhin gesund, erklärte Buhl, das Wachstumspotenzial bleibe aber wegen eben dieses Mangels an qualifizierten Sanitärinstallateuren begrenzt.

Die Märkte dürften sich nach Aussage von Buhl 2018 insgesamt positiv präsentieren, mit aller­dings unterschiedlicher Entwick­lung in den einzelnen Regionen und Sektoren. Als anhaltende Herausforderung sieht der Geberit-CEO die höheren Rohstoffpreise.

Die Börse quittierte das Zahlenwerk am Dienstag mit einem Abschlag von bis zu 2,5 Prozent. Nicht goutiert wurde insbesondere der etwas vorsichtige Ausblick für 2018 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4 Prozent. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.08.2018, 14:34 Uhr

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