SMI stabilisiert sich – Europas Börsen legen zu

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China wirkt stabilisierend auf die Märkte.

Auch Tech-Werte wie Logitech haben kräftig zugelegt. (Foto: Getty Images)

Auch Tech-Werte wie Logitech haben kräftig zugelegt. (Foto: Getty Images)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die europäischen Börsen haben am Dienstag kräftig zugelegt. Nach einer verlustreichen Vorwoche und weiteren deutlichen Einbussen am Montag stabilisierte sich damit auch der Schweizer Leitindex SMI.

Die Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hätten die Märkte etwas beruhigt, kommentierte ein Analyst. Jedenfalls habe die Regierung in Peking zur Mittagszeit bekräftigt, die Strafzölle auf US-Automobile zu senken.

Donald Trump schrieb auf Twitter von «sehr produktiven Gesprächen mit China» und stellte «wichtige Ankündigungen» in Aussicht. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete unter Berufung auf mit der Sache vertrauter Personen, China habe sich in Richtung einer Senkung von Zöllen von importierten Autos aus den USA bewegt. Anfang Dezember hatte Trump bereits Erwartungen auf sinkende Zölle geweckt.

Unsicherheit weiter latent

Auch die Wall Street setzte die Stabilisierung, die bereits am Vortag eingesetzt hatte, am Dienstag zunächst fort. Bis zum Berichtszeitpunkt schmolzen die Anfangsgewinne allerdings wieder deutlich zusammen.

Zusätzlich positive Impulse kamen am Berichtstag von der Wirtschaft. Alles in allem aber bleibe festzuhalten, dass die Börsen weiterhin politisch getrieben werden, so der Analyst weiter. Bis dato sei keiner von den besagten Unruheherden gelöst und die Unsicherheit damit weiter latent. Dies habe das Brexit-Chaos in London am Vortag eindrücklich bewiesen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,92 Prozent im Plus bei 8'715,08 Punkten. Der hiesige Leitindex stand damit weiterhin rund 25 Punkte tiefer als der Stand zum Wochenschluss. Von den 30 Schweizer Bluechips gingen bis auf zwei alle im Plus aus dem Handel.

Spitzenreiter waren die Aktien des Halbleiterherstellers AMS ( 10%). Am Montag noch waren sie mit einem erneuten Kursrutsch um mehr als 7 Prozent die grössten Verlierer gewesen. Sorgen um den iPhone-Hersteller hatten die Aktien in den vergangenen Monaten gebeutelt. Auch die Techwerte Logitech und Temenos (je 4,8%) legten kräftig zu.

Swatch und Richemont profitieren

Darüber hinaus zogen auch die konjunktursensiblen Uhrenhersteller Swatch ( 3,3%) und Richemont ( 3,2%) deutlich an. Die Kursgewinne waren mit einer Mischung aus Gegenbewegung und den jüngsten Nachrichten über den Handelsstreit zu erklären. Immerhin stellt Asien für beide Unternehmen eine der wichtigsten Absatzregionen dar.

Von den Bankenwerten legten Julius Bär ( 3,8%) besonders deutlich zu, aber auch CS ( 2,0%) und UBS ( 1,8%) verbuchten Gewinne. Die kleinere der beiden Grossbanken hält am (morgigen) Mittwoch einen Investorentag ab. Zahlreiche Marktteilnehmer gehen davon aus, dass ein Aktienrückkauf angekündigt wird.

Am kräftigsten schoben allerdings die defensiven Schwergewichte Novartis ( 2,4%), Nestlé ( 1,9%) und Roche ( 1,4%) den Schweizer Leitindex an.

Londoner Börse im Plus trotz Brexit-Chaos

Der EuroStoxx 50 schloss 1,27 Prozent höher bei 3'055,32 Punkten. Zu Wochenbeginn war der Eurozonen-Leitindex bei 3'007 Punkten noch auf ein neues Zweijahrestief gefallen. Für den Pariser Cac 40 ging es am Dienstag um 1,35 Prozent auf 4'806,20 Punkte bergauf.

Auch der Londoner FTSE 100 schaffte ein Plus von 1,27 Prozent auf 6'806,94 Zähler, obwohl die britische Premierministerin Theresa May bislang vergeblich versucht, der Europäischen Union neue Zugeständnisse beim Brexit abzuringen. Ihm half einmal mehr der tendenziell positive Einfluss des weiter schwachen Pfunds auf die Exportwirtschaft des Landes. (sep/sda)

Erstellt: 11.12.2018, 19:14 Uhr

Artikel zum Thema

Schweizer Börse sackt so stark ab wie seit dem Brexit nicht mehr

Nach der Festnahme der Huawei-Finanzchefin brechen die Kurse europaweit über drei Prozent ein. Mehr...

Bundesrat schützt Schweizer Börse mit Notrecht

Ab 2019 dürfen in der EU keine Schweizer Aktien mehr gehandelt werden. Damit will der Bundesrat den Aktienhandel in der Schweiz in Gang halten. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben