Rapperswil-Jona

Liebhaberaktie steht unter Druck

Die Kursperformance der Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG ist negativ. Die Gründe für den Abschlag von sechs Prozent seit Jahresbeginn liegen vor allem in den geringen Handelsvolumina.

Die Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG liegt zur Jahresmitte auf Budgetkurs – der Kurs der ausserbörslich gehandelten Aktie zeigt allerdings seit Jahresbeginn nach unten.

Die Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG liegt zur Jahresmitte auf Budgetkurs – der Kurs der ausserbörslich gehandelten Aktie zeigt allerdings seit Jahresbeginn nach unten. Bild: Sabine Rock

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Die Aktie der Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG (EWJR) hat seit Jahresbeginn sechs Prozent an Wert verloren. Damit liegt der Titel auf der Ende Juli publizierten Flop-Rangliste der Finanzplattform «Cash» für ausserbörslich gehandelte Aktien an der zweiten Stelle. Mehr an Wert eingebüsst haben im selben Zeitraum nur noch die Papiere der NZZ (-10%). Im Jahresvergleich liegt das Minus der EWJR-Aktie bei 8,5 Prozent. Im Vergleich dazu haben die ebenfalls ausserbörslich gehandelten Aktien der EW Uznach AG um 6,8 Prozent zugelegt, während Energie Zürichsee Linth N stagnierten.

Der seit 2014 zu beobachtende Aufwärtstrend der EWJR-Aktie mit einem Ausgabepreis von 50 Franken und dem Hoch bei knapp 7200 Franken von Anfang Dezember 2017 erlebt damit eine Trendumkehr auf zuletzt 6400 Franken. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 73 Aktien in 21 Trades umgesetzt, vor allem über die Plattformen der Berner und der Zürcher Kantonalbank. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2016 und mehr als im ersten Halbjahr 2017. Zum Vergleich: Ein börsenkotierter Titel aus dem Energiesektor wie die – allerdings wesentlich grössere – Alpiq findet täglich bis zu 11 000 Käufer und Verkäufer.

Attraktive Dividendenpolitik

EWJR-Geschäftsleiter Michael Bätscher gibt denn auch Entwarnung. Aufgrund des geringen Handelsvolumens habe ein einzelner Aktienverkauf bei seinem Unternehmen bereits massive Auswirkungen auf den Kursverlauf. Natürlich sei eine positive Kursentwicklung schön, «aber bei uns gilt es in Betracht zu ziehen, dass insgesamt nur 15 000 Aktien der EWJR im Umlauf sind, verteilt auf über 1300 Aktionäre». Unter ihnen ist die Stadt Rapperswil-Jona mit einem Aktienbesitz von knapp 20 Prozent die mit Abstand grösste Anteilseignerin des privatrechtlich organisierten Unternehmens mit seinen 46 Mitarbeitenden.

Die Generalversammlungen der EWJR, die traditionellerweise Ende April parallel zum Frühlingsfest Jona stattfinden, werden jeweils von 350 bis 400 Aktionären besucht und sind ein gesellschaftliches Ereignis: «Der Kreuzsaal ist immer brechend voll». Bätscher bezeichnet die EWJR-Aktie als klassische Liebhaberaktie «mit einer guten und sicheren Dividende». Die jüngste Unternehmensanalyse der Berner Kantonalbank von Mitte Juli kommt ebenfalls zum Schluss, dass die Dividendenrendite der Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil AG mit 3,1 Prozent attraktiv sei. Derzeit schütte das Unternehmen über 80 Prozent des erzielten Gewinns aus.

In der Übergangsphase

Nach den seit 2011 tendenziell steigenden Ertrags- und Gewinnzahlen hat im Geschäftsjahr 2017 eine regulatorisch notwendige Preisreduktion bei den Netzkunden zu einem Rückgang beim Gewinnausweis geführt. Der Jahresgewinn sank von 4,08 Millionen in 2016 auf 3,63 Millionen Franken. Einen Zusammenhang zwischen dem letztjährigen Geschäftsergebnis und dem Wertverlust der EWJR-Aktie stellt Bätscher in Abrede. Zum gegenwärtigen Geschäftsgang wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Detail äussern: «Wir sind aber auf Budgetkurs».

Klar ist: Der traditionsreicheregionale Energieversorger und Netzbetreiber befindet sich in einem Transformationsprozess. Dieser ist unter anderem von den Veränderungen im Energiemarkt und den Liberalisierungsbestrebungen auf politischer Ebene geprägt. Im März hat die EWJR die im Bereich Heizung, Lüftung und Klima tätige Ingenieursfirma Sustech in Uster übernommen. «Mit diesem Zukauf können wir unsere Kunden viel vollständigere und umfassendere Dienstleistungen rund ums Haus anbieten», nennt Bätscher die Gründe für die Investition. Zu diesem Zweck sollen auch in Zukunft weitere Kooperationen und Beteiligungen eingegangen werden, die einen Mehrwert für die EWJR AG liefern. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.08.2018, 14:28 Uhr

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