Fed-Chef Powell hat keine Angst vor Trump

Der US-Präsident hat den Notenbanker mehrfach kritisiert. Jerome Powell gibt sich gelassen.

Lässt sich nicht verrückt machen: Finanz- und Konjunkturexperte Jeff Powell. (27. Februar 2019)

Lässt sich nicht verrückt machen: Finanz- und Konjunkturexperte Jeff Powell. (27. Februar 2019) Bild: Joshua Roberts/Reuters

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Ungeachtet der wiederholten Kritik von Donald Trump gibt sich Fed-Chef Jerome Powell unbeirrt. «Das Gesetz besagt eindeutig, dass meine Amtszeit vier Jahre beträgt», sagte Powell am Sonntag in einem Interview mit dem US-Sender CBS. Diese werde er auch erfüllen.

Die US-Notenbank hatte den Leitzins im vergangenen Jahr vier Mal angehoben und sich damit scharfe Kritik des US-Präsidenten eingehandelt. Dabei brach Trump mit der Gepflogenheit, dass US-Präsidenten die Fed als unabhängig anerkennen. «Ich denke, die Fed ist verrückt geworden», sagte der amerikanische Präsident im Oktober. Nach seinen Äusserungen spekulierten Beobachter, Trump könne Powell entlassen, obwohl er diesen überhaupt erst zum Notenbank-Chef gemacht hatte.

Langsameres, aber gesundes Wachstum

Es wäre «nicht angemessen», würde er sich zu Trumps Bemerkungen direkt äussern, sagte Powell nun. Etwaige Diskussionen lenkten nur von seiner Aufgabe als Fed-Chef ab. Gleichzeitig unterstrich Powell seine geldpolitische Haltung. Das Zinsniveau sei «ungefähr neutral», wirke also weder stimulierend noch bremsend auf die Wirtschaft.

Trotz der abgekühlten Konjunktur in China und Europa erwartet Powell für die USA ein langsameres, aber gesundes Wirtschaftswachstum. Ein Risiko für eine Rezession bestehe nicht. Allerdings stelle Cyberkriminalität einen grossen Unsicherheitsfaktor für die Wirtschaft dar. «Wir verwenden viel Zeit und Ressourcen darauf, die Fed zu schützen», sagte der Notenbank-Chef. (fal/afp)

Erstellt: 11.03.2019, 14:03 Uhr

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