Die SBB stellen Extrazüge in den Süden bereit

Überfüllte Züge, gestrandete Passagiere: Die Fahrt ins Tessin war zuletzt ein Frust. Jetzt rüstet die Bahn fürs Wochenende auf.

Die SBB rüsten sich mit zusätzlichen Zügen für den Passagierandrang am Wochenende. Bild: Keystone

Die SBB rüsten sich mit zusätzlichen Zügen für den Passagierandrang am Wochenende. Bild: Keystone

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Übers Wochenende zum Wandern ins Tessin oder kurz über die Grenze nach Italien zum Shoppen: Der Gotthard-Basistunnel machts möglich. Mit den SBB ist man 30 Minuten schneller im Süden. Fallen Ferien und schönes Wetter zusammen, kann die Zugfahrt aber schnell einmal zum nervenaufreibenden Trip werden - wie das letzte Wochenende zeigte. Wegen Überbelegung mussten zahlreiche Passagiere auf dem Weg in den Süden Züge verlassen. Und auf Anschlüsse warten. Das führte zu grossem Ärger.

Selbst unter der Woche war Gedränge angesagt: «Das Wetter war schön und da der Zug sehr voll war, gönnte ich mir einen Klassenwechsel. Aber selbst dort fand ich nur knapp einen Sitzplatz», erzählt ein Reisender, der am Dienstag aus dem Tessin mit dem Zug zurück nach Zürich fuhr. Andere Leute hätten gar keinen freien Sitz mehr gefunden und mussten in die zweite Klasse ausweichen. Diese sei aber ebenfalls überfüllt und die Stimmung daraufhin schlecht gewesen .

3900 zusätzliche Sitzplätze

Die SBB begründeten die unerfreuliche Situation vom letzten Wochenende damit, dass ein Zug aufgrund einer Störung verkürzt werden musste. «Mit nur einem statt zwei Zugteilen fehlten auf einer Verbindung 500 Sitzplätze, was einen Dominoeffekt über den ganzen Tag auslöste», sagte ein Sprecher.

Damit es dieses Wochenende nicht wieder zu überfüllten Zügen und verärgerten Passagieren kommt, rüstet die Bahn nun auf und bietet in beiden Richtungen auf der Nord-Süd-Strecke in den regulären Zügen in der zweiten Klasse zusätzlich über 3000 Sitzplätze und in der Ersten über 900 an. Zudem kommen Extrazüge zum Einsatz: 1384 Sitzplätze in der Zweiten und über 400 in der ersten Klasse, würden zur Verfügung gestellt.

Dass man bei der SBB trotz Störung nicht besser für den Passagierandrang gen Süden gewappnet war, erstaunt. Bei anderen Ereignissen scheint dies nicht der Fall zu sein: Als Ende September tausende Personen nach Bern zur Klimademo pilgerten, fuhren die Züge ab Bern fast im Minutentakt, berichtet ein Fahrgast. Dass bei Ferienbeginn und schönem Herbstwetter der Andrang ins Tessin gross ist, sollte die Erfahrung der letzten Jahre hinlänglich bewiesen haben. Schaut die SBB bei der Planung etwa nicht recht auf die Wetterprognose der kommenden Tage? Neben dem Wetterbericht würden zusätzliche Faktoren wie Gruppenreservationen und Ferien- oder Feiertage in die Planung einfliessen, heisst es dazu. «Der Wetterbericht fliesst auch in die Belegungsprognose des Online-Fahrplans ein, die in der SBB Mobile App ebenfalls angezeigt wird», sagt ein Sprecher.

Die SBB raten: Unbedingt reservieren

Doch man empfehle Reisenden, einen Sitzplatz zu reservieren: Über die App, online, telefonisch oder am Schalter. Dort könne zudem ein Platz im Speisewagen gebucht werden. Die dafür anfallenden fünf Franken, würden bei der Konsumation angerechnet.

Erstellt: 10.10.2019, 18:22 Uhr

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