British-Airways-Mutter will 200 Krisenjets von Boeing kaufen

Obwohl für die 737-Max noch ein weltweites Flugverbot gilt, winkt dem Flugzeugbauer ein Riesenauftrag.

Eine Boeing 737 MAX 8 für die Turkish Airlines startet zu einem Testflug. (8. Mai 2019) Bild: Ted S. Warren/AP/Keystone

Eine Boeing 737 MAX 8 für die Turkish Airlines startet zu einem Testflug. (8. Mai 2019) Bild: Ted S. Warren/AP/Keystone

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Riesenauftrag für den krisengeschüttelten Flugzeugbauer Boeing: Der British-Airways-Mutterkonzern IAG will auf einen Schlag 200 Mittelstreckenjets der 737-Max-Reihe bestellen – noch während für den Typ ein weltweites Flugverbot gilt. «Wir haben jegliches Vertrauen in Boeing und erwarten, dass das Flugzeug in den kommenden Monaten zurück in den Liniendienst geht, wenn die Aufsichtsbehörden zugestimmt haben», sagte IAG-Chef Willie Walsh am Dienstag anlässlich der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris.

Bei der Kaufvereinbarung handelt es sich zunächst um eine Absichtserklärung. Ausserdem vermeidet IAG, die Maschinen als «Max» zu bezeichnen. Die Flugzeuge will der Konzern bei seinen Töchtern Vueling, Level und British Airways einsetzen.

Boeing steckt wegen zwei Abstürzen und des daraufhin verhängten Flugverbots für die Max-Jets in einer schweren Krise. Bei den Unglücken der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air im Herbst 2018 und bei Ethiopian Airlines im März waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. Seit rund drei Monaten gilt für die Maschinen der 737-Max-Reihe deshalb ein weltweites Flugverbot.

Boeing-Chef Dennis Muilenburg hatte daher gesagt, bei der Messe gehe es ihm diesmal nicht um Aufträge, sondern um Sicherheit, Bescheidenheit sowie darum, verlorenes Vertrauen bei den Kunden zurückzugewinnen. Wann das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben wird, ist noch völlig offen. Erst müssen Luftfahrtbehörden in aller Welt ein inzwischen von Boeing geliefertes Update für die Steuerungssoftware MCAS testen und freigeben. Die bisherige Software soll für die Abstürze mitverantwortlich gewesen sein.

(oli/sda)

Erstellt: 18.06.2019, 18:57 Uhr

Auch Airbus erhält Grossauftrag

Der Flugzeugbauer Airbus hat einen Grossauftrag an Land gezogen. Die philippinische Fluggesellschaft Cebu Pacific unterzeichnete einen Vorvertrag über 31 Airbus-Jets, wie der Boeing-Rivale am Dienstag auf der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris mitteilte.

Darunter sind zehn Exemplare des kleinen, gerade erst angekündigten Langstreckenjets A321XLR, 16 Grossraumjets vom Typ A330neo und fünf Mittelstreckenjets vom Typ A320neo.

Airbus hatte die Super-Langstreckenversion des Mittelstreckenjets A321neo erst am Montag offiziell vorgestellt. Das Flugzeug soll dank eines grossen Zusatztanks eine Reichweite von 8700 Kilometern haben und damit Flüge von Europa nach Amerika oder Indien ermöglichen. Airbus will mit der neuen Version einer möglichen Neuentwicklung von Boeing zuvorkommen.

Boeing will die Lücke zwischen den Mittelstreckenjets seiner 737-Reihe und den grossen Langstreckenjets wie dem «Dreamliner» (Boeing 787) mit einer kompletten Neuentwicklung füllen. Das «New Midsize Aircraft» soll 2025 fertig sein. Allerdings hat der Konzern noch nicht entschieden, ob er den Jet wirklich baut. Airbus will seine A321XLR im Jahr 2023 fertig haben.

Boeing steckt nach dem Absturz zweier Maschinen vom Typ 737 Max in einer tiefen Krise. Für die Mittelstreckenjets der Max-Reihe gilt nach den Unglücken mit insgesamt 346 Toten ein weltweites Flugverbot.

Ein Airbus A330neo während einer Flugshow bei der Pariser Luftfahrtmesse. Bild: Benoit Tessier/Reuters

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