Boeing 737 MAX hat ein neues Problem

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat kürzlich bei der Boeing 737 MAX ein «potenzielles Risiko» entdeckt. Bevor dieses nicht behoben ist, wird das Flugverbot nicht aufgehoben.

Für diese Maschine gilt ein weltweites Flugverbot: Eine Boeing 737 MAX. (Archivbild)

Für diese Maschine gilt ein weltweites Flugverbot: Eine Boeing 737 MAX. (Archivbild) Bild: Jason Redmond/AFP

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Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat ein neues Problem bei der Boeing 737 MAX ausgemacht, für die nach zwei Abstürzen ein weltweites Flugverbot herrscht. Die FAA teilte am Mittwoch mit, kürzlich ein «potenzielles Risiko» entdeckt zu haben.

Das Problem müsse behoben werden, bevor das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben werden könne, teilte die FAA am Mittwoch in Washington mit. Nähere Angaben zu dem Vorfall machte die FAA nicht. Die FAA betonte am Mittwoch, sie werde den Maschinen erst dann wieder eine Flugerlaubnis erteilen, wenn sie dies als «sicher» einstufe.

Boeing erklärte in einem Statement, dass die FAA beim Wiederzulassungsprozess der 737 Max zusätzliche Anforderungen stellen würde und das Unternehmen den Flugzeugtyp erst zur Zertifizierung anbieten werde, wenn diese erfüllt seien.

Probleme im Simulator

Aus informierten Kreisen verlautete, Piloten der FAA hätten bei Tests mit einem Flugsimulator Schwierigkeiten gehabt, die Kontrolle über das Flugzeug zurückzuerlangen, nachdem das Stabilisierungssystem MCAS aktiviert worden war. Ein Problem mit dem System, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt, wird als Ursache für zwei Boeing-737-MAX-Abstürze mit insgesamt 346 Toten vermutet. Die 737-Max-Serie muss nach den beiden Abstürzen seit Mitte März am Boden bleiben.

Boeing zufolge geht es um Auflagen, die im Rahmen der seit Monaten laufenden Software-Aktualisierung erfüllt werden sollen. Der Konzern sei mit den neuen Anforderungen der FAA einverstanden und arbeite daran, sie zu erfüllen.

Das neue Problem könnte die von Boeing herbeigesehnte Wiederzulassung der 737-Max-Flieger weiter verzögern. Die FAA betonte, hierbei keinen vorgeschriebenen Zeitplan zu verfolgen. Zuletzt war bereits vermutet worden, dass sich das Prüfverfahren noch Monate hinziehen könnte.

Flugstopp belastet Boeing und Airlines

Für Boeing und die betroffenen Airlines ist der Flugstopp eine starke finanzielle Belastung, wie die Geschäftsberichte für das erste Quartal bereits zeigten. Allerdings steht Boeing selbst massiv in der Kritik - unter anderem wegen des Vorwurfs, die Entwicklung des neuen Flugzeugmodells wegen hohen Konkurrenzdrucks überstürzt zu haben.

Ob bei der ursprünglichen Zertifizierung der Unglücksflieger alles mit rechten Dingen zuging, ist zudem Gegenstand einer Untersuchung der US-Behörden. Im Zuge der Aufklärung der Abstürze am 29. Oktober 2018 in Indonesien und am 10. März in Äthiopien räumte Boeing auch ein, bereits rund ein Jahr vor dem ersten Unglück von einem Problem der 737 Max gewusst zu haben. Obwohl bereits einige Monate nach Auslieferungsbeginn der Baureihe im Mai 2017 festgestellt wurde, dass etwas mit dem Warnsystem in den Cockpits nicht stimmte, wurde die FAA erst nach dem ersten Absturz im Herbst vergangenen Jahres informiert. (chk/sda)

Erstellt: 27.06.2019, 05:11 Uhr

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