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Kommentar zu kritischen StimmenWir brauchen mehr Querdenker und Skeptiker

In der Krise wird Konformität zur Tugend, Abweichlertum zur Sünde. Das darf nicht sein.

Die Demonstration der Querdenker in Berlin wurde Ende 2020 verboten. Aber ist auch das Querdenken verboten?
Die Demonstration der Querdenker in Berlin wurde Ende 2020 verboten. Aber ist auch das Querdenken verboten?
Foto: AFP

Skeptiker und Querdenker haben gerade keinen guten Ruf. «Corona-Skeptiker» und «Impfskeptiker» sind jetzt Schimpfwörter. SP-Politikerin Jacqueline Fehr benannte ihren Blog «Fehr denkt quer» um: Sie will nicht in eine Ecke mit Corona-Verharmlosern der deutschen Querdenker-Bewegung gestellt werden. Ihr Blog heisst jetzt Blog.

Wie langweilig, wie schade, wie schädlich. Skeptizismus und Querdenkertum gehörten vor Corona noch zu den Primärtugenden denkender Menschen. Der Philosoph Odo Marquard war ein erklärter «skeptischer Optimist». Gegen Konventionen Aufstand zu machen, gehörte und gehört zum Selbstverständnis linker (und rechter) Revolutionäre. Querdenken galt als Grundvoraussetzung für Kreativität, Innovation und Fortschritt – in der Management- und Selbsthilfeliteratur, aber nicht nur.

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