Stadtrat

«Ich strebe einen Sieg im 1. Wahlgang an»

Das Kandidatenfeld für die Stadtratswahlen ist weitgehend bekannt. SVP-Fraktionspräsident Daniel Oswald ist überzeugt, dass die Ausgangslage für ihn diesmal deutlich günstiger ist als bei seiner Kandidatur im Jahr 2010.

SVP-Kandidat Daniel Oswald.

SVP-Kandidat Daniel Oswald. Bild: hag

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Sie sind bisher der einzige bürgerliche Kandidat, während aus dem Mitte-links-Lager bereits drei Kandidaturen feststehen. Spielt Ihnen das in die Hände?
Daniel Oswald: Es ist sicher vorteilhaft, dass sich die Stimmen in unserem Lager nicht zersplittern. Ich hoffe, es gelingt mir, die gute Ausgangslage zu nutzen und das Spitzenresultat zu erzielen.

Sie rechnen sich schon im ersten Wahlgang Chancen aus?
Ich strebe das an, aber es ist immer heikel, im Vorfeld schon Prognosen abzugeben. Selbstverständlich wollen wir den Sitz gewinnen, sonst wären wir nicht angetreten.

Sie haben ja bereits Erfahrung als Stadtratskandidat. Gibt es Lehren, die Sie aus dem Wahlkampf 2010 ziehen?
Ich durfte in den vergangenen sechs Jahren wertvolle politische Erfahrungen sammeln und mit der Arbeit im Grossen Gemeinderat die Dossierkenntnisse festigen. Ich habe jetzt ein klareres politisches Profil und bin auch deutlich bekannter. Deshalb bin ich für diesen Wahlkampf zuversichtlich.

Vor welcher Gegnerin, welchem Gegner haben Sie am meisten Respekt, wer ist der ­gefährlichste Widersacher?
Respekt habe ich vor jedem, der in einen solchen Wahlkampf steigt. Aber weiter möchte ich noch keine Aussage machen, solange das Kandidatenfeld noch nicht definitiv feststeht.

Was reizt Sie am Stadtratsamt?
Winterthur ist eine tolle Stadt, in der ich gerne lebe. Wir müssen die anstehenden Herausforderungen gemeinsam bewältigen. Und das geht nur, wenn alle Bevölkerungsschichten und möglichst viel berufliche Erfahrung in der Exekutive vertreten sind. Ich kann langjährige Führungserfahrung auf Geschäftsleitungsebene in der Industrie vorweisen und habe in dieser Zeit auch Erfahrungen gemacht mit Sanierungen. Deshalb glaube ich, dass ich viel beitragen könnte.

Aber der Sitz gehört eigentlich den Grünen.
Kein Sitz «gehört» jemanden – darum gibt es ja Wahlen in Winterthur. Die SVP ist als stärkste bürgerliche Kraft bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wir haben einen Wähleranteil, der fast so gross ist wie jener der SP. Es leuchtet nicht ein, weshalb die SP drei Sitze haben soll und wir nur einen.

Der Stadtrat ist doch schon ­bürgerlich, weshalb braucht es Sie noch?
Die Stadtratswahl ist eine Personenwahl. Ich kann mit meiner Erfahrung etwas beitragen und wir von der SVP wollen für einen zweiten Sitz kämpfen. Zudem sind lange nicht alle Entscheide, die aus dem Stadtrat kommen, bürgerlich dominiert.

Wo würden Sie sich innerhalb der SVP einordnen?
Ich bin bis über die Mitte hinaus wählbar. Ich setze mich für freiheitliche und liberale Grundsätze ein und bin lösungsorientiert.

Sie sind eher einer der ruhigeren SVP-Politiker.
Ich trete so auf, wie ich bin. Aber es ist mir ein Anliegen, in hektischen Situationen sachlich zu bleiben. Auch wenn es wohl bei jedem Politiker Momente gibt, in denen das nicht leichtfällt.

Sie haben Stadtrat Matthias Gfeller immer wieder kritisiert, was wollen Sie besser machen, wenn Sie gewählt werden?
Das Problem der grünen Politik ist, dass man ideologisch gewissen Entwicklungen nachrennt und keine Gesamtbeurteilungen vornimmt. Ich vergleiche das mit der Landwirtschaftspolitik. Vor 30 bis 40 Jahren förderte man überall und steuerte, wohin die Landwirtschaft läuft. Heute haben wir eine sehr teure Landwirtschaft. Niemand ist zufrieden, auch die Landwirte nicht. Und nun machen wir in der Energiepolitik den gleichen Fehler. Wir steuern, ohne die technologische Entwicklung zu verfolgen. Das ist der falsche Weg. Da muss man als Exekutive anders handeln.

Was würden Sie bei den Technischen Betrieben anpacken?
Stadtwerk hat ein Effizienzproblem. Man sucht beispielsweise im Bereich Informatik spezifische Lösungen, obwohl es Standardlösungen gäbe. Da gibt es Optimierungspotenzial. Man könnte ohne Leistungsverlust die Gebühren senken. Stadtwerk ist zudem nicht optimal organisiert. Es erbringt Leistungen, die nicht in den Aufgabenbereich des Staates fallen, wie Installationen. Damit konkurrenziert man die KMU in Winterthur. Aber das wichtigste Ziel muss sein, nach innen und aussen wieder Vertrauen aufzubauen.

Erstellt: 04.11.2016, 08:09 Uhr

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