Winterthur

Der Winterthurer Bahnhof wird umgekrempelt

Stadt und SBB sind daran, die Zukunft des Winterthurer Bahnhofs zu planen. An einem Podium des Forums Architektur machten sie gestern Abend klar: Eine radikale Idee wird umgesetzt. Ein Entscheid soll innert zwei Jahren fallen.

Blick auf den Hauptbahnhof Winterthur: In den nächsten Jahren soll sich dieses Bild grundlegend verändern. Deutlich sichtbar auch, dass die Perrons rechts im Bild bereits heute viel zu schmal sind.

Blick auf den Hauptbahnhof Winterthur: In den nächsten Jahren soll sich dieses Bild grundlegend verändern. Deutlich sichtbar auch, dass die Perrons rechts im Bild bereits heute viel zu schmal sind.

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Zu wenig Platz für die Züge, zu eng für die Passagiere: Am Hauptbahnhof drängeln sich zu den Stosszeiten schon jetzt die Passagiere. Und es wird noch schlimmer. Benutzen derzeit täglich 118'000 Menschen den Hauptbahnhof, steigt die Kapazität bereits diesen Dezember, wenn der neue Fahrplan in Kraft tritt. Auch der bereits gestartete Neubau der Unterführung Turnerstrasse, wird die Situation nicht dauerhaft verbessern.

Eine der verrückten Ideen wird kommen

An einer Podiumsdiskussion des Forums Architektur gestern Abend gaben Jens Andersen, Winterthurer Stadtbaumeister, und Susanne Zenker, Leiterin Immobilienentwicklung der SBB, einen Einblick in die laufenden Planungen. Das Thema Bahnhof interessiert: Im Saal des Architekturforums an der Zürcherstrasse fanden nicht alle der über 120 Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker, einen Sitzplatz.

Die Vertreterinnen und Vertreter von SBB und Stadt machten dabei klar: Die zur Diskussion stehenden radikalen Ideen sind keine Luftschlösser. Eines dieser Projekte soll umgesetzt werden. Da die Perrons im Hauptbahnhof zu eng sind, sieht eine Studie vor, ein Gleis durch das aktuelle historische Hauptgebäude des Bahnhofs hindurch zu führen. Auch auf der «Hinterseite» des Bahnhofs, auf der Rudolfstrasse, könnte ein Gleis verlegt werden. Die SBB hätten dafür die nötigen hoheitlichen Rechte.

Hochbahnhof statt Parkdeck?

Eine andere Projektskizze würde einen Hochbahnhof mit mehreren Gleisen erstellen, anstatt des bisherigen Parkdecks, eine Variante, die wegen der dafür nötigen Hochgleise im Gleiskorridor das Stadtbild völlig verändern würde. Weniger sichtbar dafür teuer: Auch ein Tiefbahnhof ist im Gespräch.

Eine weitere Idee ist ein Flügelbahnhof mit Wendegleisen auf dem Vogelsangareal. Dafür müssten die Lagerhäuser hinter dem Salzhaus abgebrochen werden. Dass ein solcher Bahnhof zumindest temporär erstellt wird, während der Umbauzeit, ist nicht unwahrscheinlich. Einen ähnlichen Interimsbahnhof hat die SBB in Zürich während des Baus der Durchmesserlinie erstellt, am Ort der jetzigen Europaallee.

Lösung bis 2020, Bau bis 2040

Seit Frühling 2017 suchten SBB und Stadt zusammen mit Projektteams in einer Testplanung nach einer Lösung. «Bisher konnte noch keine Variante überzeugen», sagte gestern Nicolas Perrez vom Amt für Städtebau. Darum zerbricht man sich nun in einer Vertiefungsplanung weiter die Köpfe. Im Jahr 2020 soll laut Stadt und SBB eine Lösung vorliegen. Denn der neue Bahnhof soll bis 2040 gebaut sein, wenn der Brüttemer Tunnel in Betrieb geht.

Überbauungsprojekt startet bereits 2019

Schneller gehen soll es mit der Überbauung des Gleisfeldes Lindspitz, dem «Gleisdreieck »in Richtung des Kantonsspitals. Dort wollen Stadt uns SBB schon nächstes Jahr ein Projekt starten, da die Fläche vom Bahnbetrieb bald nicht mehr benötigt wird. Im Gegensatz dazu werden auf dem so genannte «Feld F» gleich auf der anderen Seite der Gleise in Richtung St. Gallen noch länger Züge abgestellt.

Susanne Zenker betonte, man setze überall auf ein kooperatives Verfahren und wolle beim «Gleisdreieck» beispielsweise auch die Bedürfnisse des Spitals berücksichtigen. Doch auch hier sind radikale Veränderungen möglich. Auf die Frage, ob sie sich auf dem Areal auch ein Hochhaus vorstellen könne, antwortete Zenker: «Warum nicht? Im Moment ist noch alles offen.» Auch die Überbauung der weiteren Gleisfelder (siehe Grafik unten) ist angedacht, soll aber erst in einigen Jahren starten.

Noch mehr zu der Thematik «Zukunft Winterthurer Hauptbahnhof» und der Podiumsdiskussion von gestern können Sie hier lesen.

Die Entwicklungsgebiete rund um den Bahnhof: Die Projekte

Erstellt: 16.11.2018, 08:50 Uhr

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