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ErtapptWilde Flucht mit dem E-Bike

Ein 20-Jähriger schnappte sich das Velo einer Nachbarin und versuchte, sich im Zentrum Uetikons seiner Verhaftung zu entziehen.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Illustration: Olivier Samter

Drogen tun einfach nicht jedem gut. Anders ist kaum zu erklären, was sich ein 20-Jähriger diesen Sommer geleistet hat. Mitten in der Nacht wachte er auf und stahl das Smartphone einer neben ihm schlafenden Frau. Er verliess die Wohnung und schnappte sich unerlaubterweise das E-Bike einer Nachbarin. Gute zwei Stunden lang kurvte er dann mit dem entwendeten Velo im Zentrum Uetikons herum.

Die Polizei wurde auf ihn aufmerksam. Ob wegen seiner Fahrweise oder weil die Besitzerin des Velos Alarm geschlagen hat, ist unbekannt. Die Patrouille schaffte es aber mehrfach nicht, ihn zu stoppen. Erst kurz vor seinem Wohnort konnte sie ihn anhalten. Freude daran hatte der junge Schweizer offenbar nicht. Heftig wehrte er sich gegen die bevorstehende Verhaftung. Zuerst spuckte er einer Beamtin ins Gesicht, dann versuchte er erfolglos, dreimal einen Kopfstoss gegen einen Beamten auszuführen, trat und schlug am Boden liegend gegen Knie und Oberschenkel der Beamtin und sagte den Polizisten, dass er sie hätte abstechen sollen.

Neben Diebstahl, versuchter Körperverletzung, mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte, mehrfacher Hinderung einer Amtshandlung und unberechtigtem Verwenden eines Motorfahrrades wird der Beschuldigte auch wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes verurteilt. Zugegeben hatte er den Konsum einer unbestimmten Menge Marihuana während eines Monats sowie zweier Tabletten Benzodiazepine, die beruhigend wirken sollten. Gut möglich, dass ihm die Kombination der Drogen schlecht bekommen ist. Für die Vielzahl von Verstössen verurteilt die Staatsanwaltschaft den 20-Jährigen zu einer Geldstrafe von 180 mal 30 Franken und einer Busse von 700 Franken. Beides muss er bezahlen.