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Kolumne «Dorfgeflüster»Wieso Wädenswil richtig wählen würde

Wädenswil am Zürichsee und Pinellas County am Golf von Mexiko haben eines gemeinsam: Sie wählen am durchschnittlichsten.

Darüber spricht das Dorf.
Darüber spricht das Dorf.
Illustration: Olivier Samter

Wädenswil gilt, das haben Statistiker berechnet, als die durchschnittlichste Gemeinde das Kantons Zürich. Die Resultate an der Urne weichen in Wädenswil nur etwa 1 Prozent vom kantonalen Durchschnitt ab.

Durchschnittlichkeit ist im Allgemeinen kein anzustrebendes Alleinstellungsmerkmal. Wer nicht auffällt, wird oft übersehen.

Das ändert sich schlagartig bei Wahlen oder Abstimmungen. Dann richtet sich der Fokus auf besonders durchschnittliche Orte. Wenn man weiss, wie Wädenswil tickt, kann man auf den Rest des Kantons schliessen.

Wädenswil hat diesbezüglich ein Pendant in den USA. Es ist Pinellas County in Florida. Pinellas County liegt am Golf von Mexiko. Es ist eine Halbinsel, zählt 900’000 Einwohner und rühmt sich für seine schönen Strände.

Das spezielle an Pinellas County ist die Tatsache, dass es seit 40 Jahren jenen Präsidenten wählt, der schliesslich gewinnt. Einzige Ausnahme war 2000. Aber auch damals lag Pinellas County nur haarscharf daneben. Gerade mal 537 Stimmen machten den Unterschied zwischen Sieg (George W. Bush) und Niederlage (Al Gore) aus.

Pinellas County ist ein umkämpftes Schlachtgebiet. Bis zum Wahltag am 3. November hatten sich 256’770 Demokraten und 252’160 Republikaner als aktive Wähler registrieren lassen. Dass es ein extrem enges Rennen wird, zeichnete sich also in Pinellas County schon vor den Wahlen ab. Genau so, wie es gekommen ist.

Was bedeutet das für Wädenswil? Am Ende setzt sich eben doch die Durchschnittlichkeit durch.