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Glattalbahn fuhr an offenen Schranken vorbei

Mehr als drei Tage lang sind die Barrieren nach der Haltestelle Neugut der Glattalbahn ausgefallen. Die Schranken schlossen sich nicht, auch wenn ein Tram sich näherte.

Barrieren und Gleisübergänge sind im Zusammenhang mit der Glattalbahn ein heikles Thema. Immer wieder sorgen Unfälle für Schlagzeilen.
Barrieren und Gleisübergänge sind im Zusammenhang mit der Glattalbahn ein heikles Thema. Immer wieder sorgen Unfälle für Schlagzeilen.
Keystone

Drei Barrieren stehen wenige Meter nach der Haltestelle Neugut der Glattalbahn auf Walliseller und Dübendorfer Boden. Wie gestern bekannt geworden ist, waren diese drei Schranken von Sonntag ca. 17 Uhr bis Donnerstag wegen eines Defekts nicht in Betrieb. Die Trams fuhren während dieser Zeit an geöffneten Barrieren vorbei. Zu Unfällen kam es deshalb aber nicht.

Abgesehen von blinkenden Signalen waren von Sonntag bis Dienstag keine zusätzliche Warnung bei den betroffenen Übergängen angebracht worden. Ein gefährlicher Umstand, wie die kantonale Baudirektion gestern auf Anfrage eingestand. «Wenn eine Lichtsignalanlage nicht in Betrieb ist, blinkt sie orange», sagte Mediensprecher Thomas Maag. Das sei auch dieses Mal der Fall gewesen. Gefährlich war dies, weil dieses Signal offenbar hätte missverstanden werden können: «Das Problem bestand darin, dass die Signale im Normalbetrieb bei geschlossener Barriere auf Rot gehen. Öffnet sich die Barriere und es kann gefahren werden, blinken sie orange. Dieser spezielle und in der Tat gefährliche Umstand war uns zuerst nicht bewusst. Das war ein Fehler, der uns nicht hätte passieren dürfen.» Erst am Dienstag habe man dann die Blinklichter ganz abgestellt und die Herstellerfirma Siemens habe entsprechende Schilder angebracht. «Rückblickend muss man klar sagen, dass wir in Bezug auf solch lange Ausfälle von Barrieren über die Bücher müssen», sagte Maag. Es sei indes der erste derart lange Ausfall gewesen.

Kein Ersatzteil auf Lager

Grund für den Ausfall der Schranken war, dass bei der mittleren der drei Barrieren der Holmen angefahren worden war. Dadurch wurde die ganze Anlage ausser Betrieb gesetzt. Gemäss Siemens war eine Reparatur nicht unmittelbar durchführbar. Es fehlte das nötige Ersatzteil, welches zuerst beschafft werden musste. Laut Matthias Keller, Direktor der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG), waren die Tramchauffeuere über die defekten Schranken informiert. «Wenn eine Barriere nicht funktioniert, muss dies durch die Fahrdienstmitarbeitenden der Leitstelle gemeldet werden, aber sowieso hält das Tram an. Danach darf der Chauffeur im Schritttempo an der Schranke vorbeifahren.»

Die Glattalbahn hatte in der Vergangenheit öfters wegen Unfällen für Schlagzeilen gesorgt. Erst im Juli war ein Mädchen bei einer Kollision mit dem Tram tödlich verletzt worden. Zusätzliche Barrieren sollen weiteren Unfällen vorbeugen. Zwei Schranken montieren die VBG momentan an Opfiker Kreuzungen.

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