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iPhone, Android, Windows, MacWie Sie Ihre Familie besser und sicherer digital organisieren

Mit den Familienfunktionen steuern Eltern, was Kinder am Smartphone, am Tablet, an der Spielkonsole und dem PC tun – und auch Käufe und Abos lassen sich teilen. Wir erklären, wie es geht und wo die Fallen lauern.

Wir stellen in unserem Video fest, dass bei den Tech-Konzernen noch ein antiquiertes Familienbild herrscht.
Video: Matthias Schüssler

Apple, Google und Microsoft haben ihre Betriebssysteme mit Funktionen für Familien ausgestattet, die in den letzten Jahren immer besser geworden sind. Diese Funktionen erfüllen drei Zwecke:

Erstens der Jugendschutz. Eltern haben Möglichkeiten an der Hand, die Aktivitäten der Kinder an ihren Geräten zu kontrollieren und einzuschränken.

Zweitens das Sharing. Alle Familienmitglieder haben die Möglichkeit, einmal gekaufte Apps, Abos, In-App-Käufe und digitale Inhalte auf sämtlichen Geräten zu nutzen. Auch die eigenen Fotos lassen sich einfach für die anderen freigeben.

Drittens die Organisation. Die Funktionen helfen der Familie, sich abzustimmen. Via Standortfreigabe ist ersichtlich, wo sich die anderen Familienmitglieder aufhalten, und es ist ohne viel Aufwand möglich, einen gemeinsamen Kalender zu führen.

Im Video erklären wir, wie sich die Möglichkeiten bei Apple, Google und Microsoft unterscheiden, wie Sie die Familienfreigabe einrichten und sinnvoll konfigurieren. Grundsätzlich ist die Sache bei Apple am einfachsten: Bei Mac, iPhone und iPad sind die Funktionen alle ins Betriebssystem integriert und müssen nur noch eingerichtet werden. Der Nachteil ist allerdings, dass die Funktionen auch nur in dieser Umgebung greifen – sollte ein Familienmitglied ein Android-Telefon verwenden, bleibt es aussen vor.

Google: Flexibler, aber nicht so benutzerfreundlich

Google ist etwas offener: Die Familien-App des Suchmaschinenkonzerns heisst Google Family Link. Sie ist gratis nicht nur für Android, sondern auch fürs iPhone/iPad erhältlich. Allerdings lassen sich nur Android-Telefone überwachen; die iPhone-Variante der App ermöglicht die Kontrolle, wenn ein Elternteil ein iPhone benutzt.

Googles Lösung hat den Nachteil, dass sie nicht ganz so benutzerfreundlich ist: Die Möglichkeit, gekaufte Apps, Filme, Bücher und Musik zu teilen, ist nämlich ziemlich gut versteckt. Wir erklären im Video, wo sie zu finden ist.

Auch Microsoft stellt eine App bereit: Family Safety ist für iPhone und iPad und für Android erhältlich. Doch sinnvoll nutzen lässt sie sich hauptsächlich zur Kontrolle der Aktivitäten bei Windows 10 und an der Xbox. Es gibt auch entsprechende Funktionen für Android, die bei unserem ausführlichen Test aber nicht überzeugt haben. Übrigens: Bei Windows 10 sind die Familienoptionen über die Anwendung namens Windows-Sicherheit unter der Rubrik «Familienoptionen» zugänglich.

Zum Wohl der Familie – und für künftige Kundenbeziehungen

So praktisch diese Funktionen sind – es gibt auch einige Kritikpunkte. Einer besteht darin, dass für die Nutzung der Familienfunktionen jedes Familienmitglied ein Benutzerkonto braucht: Die Tech-Konzerne nehmen auf diese Weise die Gelegenheit wahr, auch die Kinder in ihr Cloud-Universum einzubinden und den Grundstein für eine künftige Kundenbeziehung zu legen.

Auf den wichtigsten Kritikpunkt gehen wir auch im Video ein. Er besteht darin, dass das Familienbild der Tech-Konzerne konservativ geprägt ist und den spezielleren Konstellationen nicht gerecht wird. Beispielsweise beschränken Apple und Google Familien auf fünf Mitglieder. Und es mag tatsächlich sein, dass Grossfamilien weniger üblich sind als noch bei der Generation unserer Eltern. Trotzdem existieren sie nach wie vor.

Bei Spotify sollten sie mehr Netflix schauen

Den Vorwurf der mangelnden Flexibilität müssen sich auch manche Streaminganbieter anhören, die Familienabos anbieten. Spotify zum Beispiel. Der schwedische Konzern macht für sein Premium-Family-Abo (für 20.95 Franken pro Monat) zur Bedingung, das die Nutzer an derselben Adresse wohnen, und hat das zumindest für einzelne Tests sogar mittels GPS überprüft.

Dabei würde die bezaubernde Netflix-Serie «Die Patchworkfamilie», die ebenfalls aus Schweden stammt, Grund genug sein, einzusehen, dass ein gemeinsamer Wohnsitz keine Voraussetzung für eine Familie ist.

Auch in früheren Videos gibt es Tipps für Familien und Kinder: Wie Kinder iPad, Spotify und Netflix sicher nutzen und Altgediente Baby-Apps für junge Eltern.