Zum Hauptinhalt springen

Geldblog: Leserfrage zum SparbatzenWie schenke ich meinem Patenkind Geld?

Trotz starken Kursschwankungen versprechen Aktien langfristig hohe Renditechancen – auf lange Sicht haben Patenkinder so mehr vom Sparbatzen.

Wer clever anlegt und sich Zeit lässt, kann geschenktes Geld vermehren.
Illustration: Christina Baeriswyl

Mein Patenkind wird 20 Jahre alt. Ich möchte ihr gerne den Betrag von 5000 Franken schenken. Ich frage mich, in welcher Form. Da sie ja noch sehr jung ist, frage ich mich, ob es sinnvoll ist, ihr dieses Geld in Aktien oder einem Fonds zu geben oder einfach aufs Sparkonto zu überweisen. Leserfrage von C.T.

Wenn Sie ihrem Patenkind die 5000 Franken einfach aufs Konto legen und dieses auf die junge Frau übertragen, hat sie einerseits keine Rendite, da es auf dem Sparkonto keinen oder kaum Zins gibt. Andererseits ist die Hürde, dass das Geld für den Konsum genutzt wird, dadurch tiefer. Wenn Sie Ihrem Patenkind hingegen die 5000 Franken in Form von Anlagefonds schenken und für sie ein Depot einrichten, das dann auf sie lautet, können Sie ihr ein Geschenk mit Langfristcharakter machen. Einzelaktien würde ich bei dieser Betragshöhe nicht nutzen, da Sie keine Diversifikation erreichen können.

Wenn Sie indes einen reinen Aktienfonds wählen und der jungen Frau erklären, dass es sinnvoll wäre, wenn sie diesen möglichst langfristig unangetastet lässt, hat sie damit die höchsten Renditenchancen und eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass aus den 5000 Franken nach zehn, zwanzig oder dreissig Jahren deutlich mehr geworden sind. Wichtig ist, dass Sie bei der Wahl des Aktienfonds auch auf die Fondsgebühren achten. Denn diese schmälern die Rendite.

Vielleicht können Sie auch einen Fonds nutzen, den die junge Frau später als Basis für ihre eigene Altersvorsorge einsetzen könnte. Die steuerbegünstigte Säule 3a kann sie zwar erst nutzen, wenn sie selbst über ein AHV-pflichtiges Einkommen verfügt. Doch wäre Ihr Geschenk vielleicht ein Anreiz, dass Ihr Patenkind möglichst früh eine 3. Säule aufbaut und so selbst eine Basis für die wichtige Altersvorsorge legt. Dann hätte Ihr Geschenk auch noch eine pädagogische Wirkung.

Würde mit dem Fonds nur schon eine Durchschnittsrendite von 3 Prozent pro Jahr erreicht, würden aus den 5000 Franken nach 40 Jahren immerhin 16’310 Franken entstehen.

Gerade in der 3. Säule würde das Geld bis zum Pensionsalter über 40 Jahre liegen bleiben. Mit einem Aktienfonds hätte sie dann eine gute Chance, dass sich der Sparbatzen dank Zinseszinseffekt vermehrt. Würde mit dem Fonds nur schon eine Durchschnittsrendite von 3 Prozent pro Jahr erreicht, würden aus den 5000 Franken auch ohne weitere Einzahlungen dank dem Zinseszins nach 40 Jahren immerhin 16’310 Franken entstehen. Bei 5 Prozent Rendite wären es nach dieser langen Zeit gar 35 199 Franken.

Das zeigt, wie wichtig es ist, dass man das Geld langfristig nicht einfach auf dem Sparkonto liegen lässt, wo es null Zins bringt und die Teuerung sogar noch am Wert des Geldes nagt, sondern es so investiert, dass es eine attraktive Rendite bringt. Gerade wenn jemand noch sehr jung ist wie Ihr Patenkind, halte ich es für sinnvoll, dass man den Sparbatzen in günstige Aktienfonds anlegt und lange liegen lässt. Dieser lange Anlagehorizont ist entscheidend, denn dann verlieren die mit Aktien verbundenen starken Kursschwankungen, die wir auch künftig sehen werden, an Bedeutung, und der Zinseszinseffekt entfaltet seine volle, positive Wirkung.

Weitere interessante Beiträge aus dem Geldblog:

Wie vermeide ich Nieten im Depot?

Was muss ich bei freiwilligen PK-Zahlungen beachten?

Soll ich meinen Vorbezug zurückzahlen?

4 Kommentare
    Ufasel

    Ich habe meinen Kindern und meinen Patenkindern das Geld bei der Geburt in Aktien angelegt und kann ihnen nun zum zwanzigsten ein Vielfaches davon schenken. Und zwar in bar, denn die wollen das Geld jetzt ja brauchen, wie Blum treffend schreibt.