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Helikopter über OberriedenWie ein Fussballplatz in 15 Minuten neue Flutlichter erhält

Die Bauarbeiten für die Erweiterung des Fussballplatzes Cholenmoos in Oberrieden sind im vollen Gang. Die neuen Lichter wurden am Montagmorgen mit dem Helikopter aufgestellt.

Warten auf den Transporthelikopter: Die vier Kandelaber liegen bereit für die Montage.
Warten auf den Transporthelikopter: Die vier Kandelaber liegen bereit für die Montage.
Foto: Manuela Matt

Das Knattern der Rotorblätter ist schon von weitem zu hören – noch bevor der Helikopter über dem Hirzel sichtbar wird. Mit rasantem Tempo nimmt der Lastenträger an diesem Montagmorgen Kurs auf Oberrieden.

Dort, auf dem Fussballplatz Cholenmoos, liegen vier Kandelaber in der grossen Baugrube bereit. Die grossen LED-Leuchten sollen künftig den neuen Kunstrasen für die Spieler des FC Oberrieden erhellen.

Mit einer Höhe von über 15 Metern und einem Gewicht von mehreren Hundert Kilogramm braucht es viel Kraft, um diese auf die Betonsockel zu hieven. Gemeinderat Urs Klemm sagt: «Ein Pneukran hätte auch gereicht, jedoch kommt uns ein Helikopter günstiger.»

Eingespieltes Team

Der Helikopter transportiert die Flutlichter beim neuen Fussballplatz Cholenmoos an die richtige Stelle.
Der Helikopter transportiert die Flutlichter beim neuen Fussballplatz Cholenmoos an die richtige Stelle.
Foto: Manuela Matt

Der Helikopter von Swiss Helicopter ist an diesem Morgen aus Erstfeld angeflogen. 1350 Franken kostet der Einsatz in Oberrieden pro Stunde. An vier Stellen richtet das eingespielte Team innerhalb von nur 15 Minuten die hohen Leuchten senkrecht aus und verschraubt es mit den Betonsockeln.

Auf diesem Sockel wird der Kandelaber montiert und an den Strom angeschlossen.
Auf diesem Sockel wird der Kandelaber montiert und an den Strom angeschlossen.
Foto: Manuela Matt

Gestartet haben die Bauarbeiten für die Erweiterung des Fussballplatzes Cholenmoos Ende Sommer. Weil das Feld nicht den Mindestmassen des Schweizerischen Fussballverbands für Liga-Fussballspiele entspricht, muss es um drei Meter verbreitert werden. Die Bauarbeiten für den neuen Kunstrasenfussballplatz sollen circa Ende März abgeschlossen sein – die Kosten belaufen sich auf 1,83 Millionen Franken.

Zurzeit wird auf dem Platz hoch über dem Zürichsee, neben der Installation der neuen Lichtanlage, die Humusschicht abgetragen. Markus Stauffer, Abteilungsleiter Liegenschaften sagt: «Die Stützmauer entlang der bergseitigen Spielfeldlänge mit mehreren Sitzmöglichkeiten steht bereits.»

Ständiger Funkkontakt

Als der Pilot seine Teamkollegen am Boden abgesetzt hat, gehen diese sogleich ans Werk. Konzentriert befestigt ein Mitarbeiter einen Kandelaber am Transportseil. Sobald er das Okay gibt, lässt der Pilot die Leuchte in die Höhe schweben. An diesem Morgen weht nach einer stürmischen Nacht noch immer ein böiger Wind. Ständig steht ein weiteres Teammitglied per Funk mit dem Piloten in Kontakt und korrigiert ihn bei seiner Präzisionsarbeit.

Das Flutlicht wird am Transportseil befestigt.
Das Flutlicht wird am Transportseil befestigt.
Foto: Manuela Matt

Der Mast schwankt in der Luft hin und her. Blätter wirbeln auf. Mit vereinten Kräften fangen vier weitere Arbeiter die Leuchte ab, führen die Kabel ein und verschrauben sie fest mit dem Betonsockel. Erst dann löst der Pilot das Transportseil, um sofort den nächsten Kandelaber in die Luft zu heben.

Der Kandelaber ist verschraubt. Auch mit Handzeichen wird mit dem Piloten kommuniziert.
Der Kandelaber ist verschraubt. Auch mit Handzeichen wird mit dem Piloten kommuniziert.
Beim Montieren sind Präzision und Kraft gefordert.
Beim Montieren sind Präzision und Kraft gefordert.
Foto: Manuela Matt
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Sparsamere Anlage

«Die Lichter produzieren Helligkeit zwischen 120 und 180 Lux», sagt Markus Stauffer. Es sei wichtig, dass man die Lichtverschmutzung eindämme, um die umliegenden Anwohner möglichst nicht zu stören. Insgesamt spart die neue Lichtanlage laut Gemeinderat Urs Klemm 40 bis 50 Prozent an Energie.

Vorgängig sei die korrekte Ausrichtung der LED-Leuchten berechnet worden, sodass das Licht die ganze Spielfläche beleuchtet. «Ob die Berechnungen stimmen, sehen wir erst, wenn die Leuchten am Strom angeschlossen sind», sagt Klemm schmunzelnd.

Der Lärm der Rotorblätter zieht einige Schaulustige an. Doch schon nach 15 Minuten stehen die vier Kandelaber an ihrem vorgesehenen Platz. Der Pilot lädt seine Kollegen wieder auf, und so verschwindet der Transporthelikopter über Oberrieden so schnell, wie er gekommen ist.

Nach getaner Arbeit zieht der Heli wieder von dannen.
Nach getaner Arbeit zieht der Heli wieder von dannen.
Foto: Manuela Matt