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Höchste Häuser der SchweizWerden die beiden Roche-Türme wegen Homeoffice überflüssig?

Der zweite Turm ist noch im Bau, der erste wurde kürzlich eingeweiht: Viele fragen sich, ob der Pharmakonzern die vielen neuen Büros überhaupt noch braucht. Der Roche-Chef gibt Antwort.

Der zweite Roche-Turm befindet ich derzeit im Bau. Das Unternehmen will für seine Mitarbeiter eine Balance zwischen Homeoffice und Büroarbeit finden.
Der zweite Roche-Turm befindet ich derzeit im Bau. Das Unternehmen will für seine Mitarbeiter eine Balance zwischen Homeoffice und Büroarbeit finden.
Foto: Florian Baertschiger

Der Roche-Chef muss für seine Antwort keine Sekunde überlegen: «Ohne jeden Zweifel brauchen wir die Türme.» Trotz Pandemie und Homeoffice würden die Büroräume nach wie vor gebraucht, so Severin Schwan an einer Medienkonferenz auf die entsprechende Frage. Roche baut gerade an seinem Turm 2, der mit geplanten 205 Metern den Turm 1 am Rhein (178 Meter) noch einmal überragt. Dem Pharmariesen gehören damit die beiden höchsten Häuser der Schweiz. Kostenpunkt: zusammen rund eine Milliarde Franken.

Zumindest in Basel fragen sich jedoch viele, wie Roche die neuen Büros in seinen Türmen überhaupt nutzen will. Spätestens seit dem Lockdown und Homeoffice wird immer mehr gemunkelt, der Konzern baue gerade an einer gigantischen Überkapazität. «Ich bin sehr froh, dass wir uns auf das Projekt eingelassen haben», stellt Schwan klar. Denn der Platz werde gebraucht: Die Bürogebäude, die Roche derzeit verstreut über halb Basel hat, sollen so überflüssig werden. Dank Hochhäusern sollen auf dem Gelände des Hauptsitzes insgesamt künftig rund 8000 Mitarbeiter Platz finden. Der bestehende Turm 1 allein bietet Büros für 2000 Menschen.

Rocheianer sollen zusammenkommen

«Unser primäres Ziel war, die Leute auf unserem Campus zusammenzubringen», erklärt Schwan. Roche verfolgt die Philosophie, dass der direkte Austausch zwischen den Angestellten essenziell ist. Deswegen gibt der Konzern anders als Novartis auch nicht die Option auf Homeoffice für immer. Jedenfalls noch nicht: «Ich merke, dass das Arbeiten von zu Hause populärer geworden ist», so Schwan. Seit dem Lockdown habe es generell an Akzeptanz gewonnen. Die richtige Balance zwischen Homeoffice und Büroarbeit müsse jedoch gefunden werden. Denn gerade für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente sei die Zusammenarbeit vor Ort wichtig, so der Roche-Chef.

Einen klaren Nachteil hat die Arbeit in den Hochhäusern derzeit jedoch: Die Aufzüge im Turm 1 lassen sich in der Corona-Krise nur beschränkt nutzen. Nur vier Personen dürfen gleichzeitig hinein. Wer die Treppe nehmen will, muss sportlich sein: Der Turm hat 41 Stockwerke.